Kategorie-Archiv: motor

Biokraftstoffe: Hoher Informationsbedarf bei Verbrauchern

Die soeben veröffentlichte Studie „Biokraftstoffe” untersucht die Einschätzung der befragten Menschen hinsichtlich der Auswirkung von Biokraftstoffen auf unsere Umwelt sowie auf unsere Gesellschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass seitens der Verbraucher nach wie vor ein hoher Informationsbedarf hinsichtlich der Produktion sowie des Einsatzes von Biokraftstoffen herrscht. Folglich zeichnet sich bei diesem sensiblen Thema kein allgemeingültiges Stimmungsbild ab.

Die Studie
Erneut zeichnet das renommierte CleanEnergy Project für eine hochbrisante Meinungsumfrage verantwortlich. Diesmal wurde die aktuelle Meinung von über 1.000 Erwachsenen erhoben, welche generell bereits einen starken Zugang, sei es beruflicher oder privater Natur, zu den Themenkreisen Umwelt und Energie haben. Bei den Befragten handelt es sich in diesem Fall um Mitglieder des Branchennetzwerks für Nachhaltigkeit, saubere Technologien und erneuerbare Energien.

Diese Momentaufnahme des herrschenden Stimmungsbildes zeigt, dass 39 Prozent der Befragten dem Thema Biokraftstoffe eher positiv gegenüberstehen. Zugleich beschreiben 35 Prozent der Teilnehmer ihre Einstellung als eher negativ. Ganze 26 Prozent der Interviewten können sich auf keine eindeutige Meinung festlegen und beurteilen Biokraftstoffe daher als eher neutral.

Der Blick auf die Detailergebnisse der Umfrage macht klar, dass die Meinungen zu den einzelnen Bereichen der Thematik durchwegs stark auseinanderstreben.

Während 51 Prozent der Befragten den Einsatz von Biokraftstoffen als einen Beitrag zur CO2-Reduktion gegenüber mineralischen Rohstoffen, und somit als einen Beitrag zum Klimaschutz, bewerten, gestehen lediglich 23 Prozent der Teilnehmer den alternativen Kraftstoffen auch große Zukunftschancen ein. Als einer der Hauptkritikpunkte an Biokraftstoffen wird ihre negative Auswirkung auf den Anbau von Nahrungsmitteln angeführt. Jedoch erscheinen die Befragten auch in diesem Punkt uneins. Dies führt zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Interviewten davon ausgeht, dass die für die Herstellung von Biokraftstoffen erforderlichen Energiepflanzen nicht nur den Anbau von Nahrungsmitteln verdrängen, sondern zugleich auch einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise herbeiführen. Gleichzeitig sind jedoch auch 68 Prozent der Teilnehmer, also über zwei Drittel, sicher, dass der Anbau ebendieser Energiepflanzen auch in einer nachhaltigen Art und Weise erfolgen kann.

Fazit
Anhand der vorliegenden Studie kann derzeit kein allgemeingültiges Stimmungsbild zum Thema Biokraftstoffe gezeichnet werden. Der Anteil der Interviewten, welcher dem Thema positiv gegenübersteht, ist in etwa gleich groß wie der Anteil jener Befragten, die Biokraftstoffe negativ bewerten. Zugleich gibt es einen großen Anteil der Verbraucher, die das Thema generell eher neutral bewerten.

Ein möglicher Ansatz, das zweifellos herrschende Informationsdefizit auf der Verbraucherseite zu reduzieren, liegt folglich darin, dass die Anbieter von Biokraftstoffen die Menschen verstärkt über ihre Produkte, deren Umweltbilanz sowie die angewandten Herstellungsmethoden informieren.

Text: Joachim KERN
Bild: Fotolia / Natalia Hudyma

Pläne für die Elektromobilität bis 2030

Elektromobilität als Ausweg?

Elektromobilität als Ausweg?

Regierungsprogramm zur Elektromobilität
Eines gleich vorweg: Deutschland hat noch einen Weg vor sich. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf Deutschlands Straßen noch ein seltener Anblick. Die Anzahl der zugelassenen Elektroautos hat die vorläufig magische Grenze von 2.500 Fahrzeugen noch nicht erreicht. Angesichts dieser Tatsache ist das vom Bundeskabinett verabschiedete „Regierungsprogramm Elektromobilität” eigentlich längst überfällig. Nun soll das Papier die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung und den Ausbau der elektrischen Mobilität innerhalb Deutschlands für die kommenden Jahre abstecken.

Auch wenn das Regierungsprogramm einen durchaus ambitionierten Eindruck vermittelt, so schleicht sich beim Leser der Eindruck ein, als wolle die Bundesregierung den Ball wieder zurück an die Wirtschaftstreibenden des Landes spielen. Vollmundige Statements, etwa dass die Elektromobilität nun ganz oben auf der Agenda der Regierung stünde, vermögen diesen Eindruck nur bedingt abzuschwächen.

Ehrgeizige Ziele
Gemäß den Plänen der Regierung soll sich der Straßenverkehr in nächster Zukunft gravierend verändert. Nicht weniger als eine Million Elektroautos sollen bereits 2020 auf Deutschland Straßen unterwegs sein. Für das Jahr 2030 stellt das Papier gar mindestens sechs Millionen Elektroflitzer in Aussicht.

Auch bei den elektrisch betriebenen Zweirädern zeigen sich die Verfasser des Regierungsprogramms optimistisch, wenn auch in abgeschwächter Form. Ein wenig orakelhaft wird in diesem Zusammenhang festgehalten, dass Hersteller aus Deutschland auf diesem Gebiet die vorhandenen Chancen durchaus nutzen. Die Auswirkungen eines Ausbaus der Elektromobilität auch in diesem Bereich werden allgemein als positiv beschrieben.

Genauere Angaben zu den jetzigen oder den zu erwartenden Zuwachsraten sucht der Leser jedoch vergeblich. Es bleibt bei der vagen Formulierung, dass Zweiräder mit Elektroantrieb gegenüber solchen mit Verbrennungsmotoren vorzuziehen sind.

Und Österreich?
Auch in der Alpenrepublik schlagen die politisch Verantwortlichen ähnliche Töne an. Positiv gestimmt wird in Österreich auf die stetig steigende Anzahl der Elektroautos verwiesen. Auch wenn hier die Angaben über die genaue Anzahl der E-Autos auf Österreichs Straßen divergieren, so kann von derzeit rund 350 zugelassenen Fahrzeugen ausgegangen werden. Im Jahr 2020 möchte Österreichs Umweltminister jedoch bereits 250.000 Autos mit reinem Elektroantrieb auf Österreichs Straßen sehen. Auch diese Prognose erscheint im höchsten Maße optimistisch.

Die Elektromobilität benötigt überzeugte Befürworter, die sich der Faktenlage stellen und auch dementsprechend handeln. Bloße Ankündigungen und demonstrativ zur Schau gestellter Optimismus führen in diesem Fall leider nur in eine Sackgasse.

Text: Joachim KERN
Bild: Fotolia, ferkelraggae

Bertha Benz Challenge: Vollgas für nachhaltige Mobilität

Die Hertha Benz Challenge - Eine nachhaltige Herausforderung?

Die Hertha Benz Challenge - Eine nachhaltige Herausforderung?

Die Premiere
Mittlerweile ist der Terminkalender für Anhänger von nachhaltig orientierten Motorsportveranstaltungen bereits gut gefüllt. Von Göteborg in Schweden bis in das, an der französischen Mittelmeerküste gelegene, Fürstentum Monaco werden immer mehr Autorennen organisiert, die nachweislich keine oder nur geringe Auswirkungen auf unsere Umwelt haben.

Motorsportbegeisterte mit einem grünen Gasfuß können nun einen zusätzlichen Termin im Rennkalender rot markieren: das


Rennwochenende vom 10. und 11. September 2011. An diesen Tagen erlebt die Bertha Benz Challenge ihre Premiere. Das Teilnehmerfeld bilden dabei Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb und Brennstoffzelle, Elektrofahrzeuge und Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Eine Ausnahmeregelung gilt für extrem umweltfreundliche und sehr verbrauchsarme Fahrzeuge, die diesmal ebenso startberechtigt sind.

Die Veranstalter backen im Vorfeld des Rennens keine kleinen Brötchen. Zukünftig soll das Rennen alle zwei Jahre stattfinden und terminlich an die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA), die weltgrößte Automobilmesse in Frankfurt, gekoppelt werden. Bereits in wenigen Jahren soll die Bertha Benz Challenge nichts Geringeres als die weltweite Leitveranstaltung für nachhaltige Mobilität sein.

Die historische Streckenführung
Bertha Benz, die Namensgeberin des Rennens, unternahm 1888 die erste Fernfahrt der Geschichte mit einem Automobil. Die unerschrockene Dame packte damals ihre beiden Söhne ein und bewies mit ihrer legendären Fernfahrt von Mannheim nach Pforzheim, dass die neue motorisierte Kutsche durchaus alltagstauglich war. Gleichzeitig steht diese historische Fahrt auch heute noch für den endgültigen Durchbruch des Automobils. Der Ingenieur und Ehemann Carl Friedrich Benz war im Vorfeld übrigens nicht über dieses waaghalsige Unternehmen informiert.

123 Jahre später sollen die Teilnehmer der Veranstaltung beweisen, dass eine nachhaltig orientierte Mobilität einen ebensolchen Siegszug antreten kann, wie dies einer auf fossilen Rohstoffen basierenden Technologie im 19. und 20 Jahrhundert gelang. Die mit alternativen Antriebstechnologien ausgestatteten Fahrzeuge folgen den Spuren der Pionierin.

Ausgehend von Mannheim führt die Strecke am 10. September über 104 Kilometer nach Pforzheim. Am zweiten Renntag schlägt das Teilnehmerfeld eine andere Route ein und soll nach 90 Kilometer wieder im Stadtzentrum von Mannheim ankommen. Speziell für Stadtautos mit eingeschränkter Reichweite haben die Organisatoren eine verkürzte Routenführung vorgesehen. Diese endet bereits nach 60 Kilometer in Bruchsal und führt am darauf folgenden Tag über 55 Kilometer zurück zum Ausgangspunkt. Anmeldeschluss ist übrigens der 31. Juli 2011. [•]

Text: Joachim KERN
Foto: Fotolia – Mladenov

Deutschland: Hohe Akzeptanz für Wasserstoff

Akzeptanz für Wasserstoffautos?

Akzeptanz für Wasserstoffautos?

Wie die soeben veröffentlichte Studie „Wasserstoff als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren” zeigt, steht Deutschland dem Element Wasserstoff als Energieträger äußerst positiv gegenüber. Während 78 Prozent der Befragten eine positive Einstellung zu Protokoll geben, haben lediglich sechs Prozent eine negative Einstellung gegenüber dem häufigsten chemischen Element in unserem Universum. 16 Prozent der Interviewten können sich auf keine eindeutige Meinung festlegen.

Die Meinungsumfrage wurde vom CleanEnergy Project innerhalb des Branchennetzwerks für erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und saubere Technologien durchgeführt. Insgesamt wurden dazu über 1.000 Erwachsene befragt, die einen starken beruflichen oder privaten Zugang zu den Themen Umwelt und Energie haben.


Die Details
Im Detail betrachtet zeigt sich, dass Wasserstoff mit einem äußerst positiven Image ausgestattet ist. 87 Prozent der Befragten bewerten die Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff generell als saubere Lösung. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass bei der Verbrennung von Wasserstoff auch minimale Mengen von Stickoxid (NOx) freigesetzt werden. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid (CO2), Schwefeloxide oder Kohlenwasserstoffe hingegen treten bei diesem Prozess nur in vernachlässigbar geringen Mengen auf.

Die Herstellung von Wasserstoff im großen Maßstab aus erneuerbaren Energien halten 69 Prozent der Interviewten für möglich. Damit schätzen sie die Lage auch richtig ein. Technisch ist es durchaus möglich, Wasserstoff unter Verwendung von Windenergie oder Sonnenenergie zu produzieren. Rechnerisch betrachtet ergibt sich bei einer Herstellung von Wasserstoff, die ausschließlich auf Solarenergie basiert, eine Nachhaltigkeit von über einer Milliarde Jahren. Somit könnte eine Energiemenge hergestellt werden, die den heutigen globalen Energieverbrauch um ein Vielfaches übersteigt.

Der Industrie gestehen die Befragten bereits eine gewisse Routine im Umgang mit dem Energieträger zu. So schätzten 57 Prozent der Teilnehmer an dieser Meinungsumfrage die Erfahrung der Industrie als groß genug ein, um einen sicheren Umgang mit Wasserstoff gewährleisten zu können. 10 Prozent konnten dazu keine Meinung abgeben. 33 Prozent beurteilten den Umgang der Industrie mit Wasserstoff als nicht sicher. Tatsächlich werden bereits heute seitens der Industrie 75 Millionen Tonnen Wasserstoff hergestellt, gelagert und transportiert.

Fazit
Die Auswertung der Studie ergibt ein allgemein positives Image des Energieträgers Wasserstoff. Zugleich jedoch herrscht in der Öffentlichkeit ein hoher Informationsbedarf zu diesem Thema. Selbst jene Menschen, die sich im beruflichen Umfeld von erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und sauberen Technologien bewegen, weisen Informationsdefizite zu diesem Thema auf.

Text: Joachim Kern
Bild:  Fotolia / iQoncept

86 Prozent sagen „Ja” zu einem Auto mit Wasserstoffantrieb

Wasserstoff für alle?

Wasserstoff für alle?

Freie Fahrt für Autos mit Wasserstoffantrieb
Eine groß angelegte Studie des CleanEnergy Projects bringt es ans Tageslicht: Gemäß der Meinungsumfrage „Wasserstoff (H2) als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren” würden knapp neun von zehn Befragten ein Auto mit einem Wasserstoffverbrennungsmotor kaufen. Lediglich 14 Prozent der Interviewten stehen einer solchen Anschaffung negativ gegenüber. Eine Umrüstung des eigenen Autos für eine Nutzung des Energieträgers Wasserstoff können sich 61 Prozent der Teilnehmer dieser Studie vorstellen.


Diese und weitere Ergebnisse der Studie zeigen klar, dass in Deutschland viele Menschen dazu bereit sind, auf ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb umzusteigen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch die Schaffung einer flächendeckenden Infrastruktur für den Energieträger Wasserstoff in Deutschland.

Deutschlands H2-Infrastruktur
Aktuell gibt es in Deutschland rund 30 Tankstellen, die auch Wasserstoff anbieten. Somit ist Deutschland diesbezüglich eines der Pionierländer innerhalb Europas. Dabei muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass lediglich sieben dieser Tankmöglichkeiten für Wasserstoff auch der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Der detaillierte Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt, dass 68 Prozent der Teilnehmer einen flächendeckenden Ausbau der Wasserstofftankstellen generell als teuer einschätzen. 22 Prozent widersprechen dieser Ansicht. Zehn Prozent haben keine Meinung zu diesem Punkt.

Einem Arbeitspapier der Firma Linde ist dazu zu entnehmen, dass diese die Kosten für den Aufbau einer öffentlichen Infrastruktur für H2-Tankstellen in Deutschland auf 1,5 bis zwei Milliarden Euro einschätzt. Diese Infrastruktur würde 1.000 Tankstellen innerhalb Deutschlands umfassen. Zum Vergleich: Die Kosten für eine Bohrinsel belaufen sich auf zirka vier bis fünf Milliarden Euro.

Die zukünftige Entwicklung
Dass die Deutschen einen unproblematischen Zugang zum Thema Wasserstoff haben, spiegelt sich auch in einem anderen Punkt wider. Sechs von zehn Befragten halten den flächendeckenden Ausbau von H2-Tankstellen für eine unkomplizierte Angelegenheit. 65 Prozent der Befragten befürworten in diesem Zusammenhang eine staatliche Förderung des Aufbaus einer flächendeckenden Infrastruktur von Tankstellen für Wasserstoff.

Hier scheint sich eine parallele Entwicklung zur Entwicklung bei Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb abzuzeichnen. Schließlich gab es zum damaligen Zeitpunkt keine einzige Tankstelle in Deutschland. Hier hat einzig und allein die Nachfrage selbst den Aufbau des Tankstellennetzes vorangetrieben. Eine staatliche Förderung des wasserstoffbetriebenen öffentlichen Personenverkehrs würde in Zukunft den Aufbau der notwendigen Infrastruktur vermutlich nicht nur anregen, sondern sogar massiv beschleunigen.

Text: Joachim Kern
Bild: Fotolia / Natalia Hudyma

Ökostrom

Auch Quads mit Elektroantrieb?

Auch Quads mit Elektroantrieb?

Der Umbau der Energiewirtschaft ist tatsächlich nicht mehr aufzuhalten. Ich habe es ja bereits an anderer Stelle erwähnt, aber für mich sind Studien wie die Aktuelle des Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) über die Zukunft des Ökostroms nicht so wirklich interessant. Für mich zählen andere Dinge als Indikatoren für mögliche Entwicklungen. Z. B. sehe ich es als einen wesentlichen Hinweis für den Paradigmenwechsel in der Energiewirtschaft, wenn der Begriff Ökostrom plötzlich an Stellen auftauch, an denen er früher nie aufgetaucht wäre. In Donald Duck Comix z. B. Oder bei Fussballvereinen wie Bayern München. OK, die Methode ist ein wenig unwissenschaftlich, aber trotzdem hochwirksam.

Und die Tatsache, dass es neuerdings auch Quads mit Elektroantrieb gibt, hat mich wieder ein Mal zu der Erkenntnis geführt, dass die Tage des Benzinantriebs tatsächlich gezählt sind.

Wer an dieser Stelle jetzt aufschreit und sagt “Quads-was-bitte? Sind das vielleicht irgendwelche unbekannte Höhlentiere?” der hat mein vollstes Verständnis. Ich wusste das bis vor kurzem nämlich auch nicht. Nein Quads sind keine seltsamen Tiere, Quads sind Spielzeuge für Männer, die hartnäckig versuchen das Sandkastenalter zu verlängern. Es handelt sich um vierrädrige Fahrzeuge mit Ballonreifen und Lenkstange, die auf allen nur möglichen Untergründen fahren können.


Hier mal ein Beispiel zum Thema Quads.

Also: Wenn es mal wirklich so weit ist, dass es selbst Quads mit Elektroantrieb gibt, dann ist das Ende des Benziners nahe. Und tatsächlich: Es gibt Quads mit Elektroantrieb.

Erstaunt? Na ja, es war ja nur eine Frage der Zeit. Und ich bin gespaltener Meinung. Einerseits denke ich, dass es gut ist, wenn der Benzinmotor ausstirbt. Und die Elektrizität wird über kurz oder lang ja ökologisch korrekt erzeugt werden. Das hatten wir ja bereits zu Beginn. Aber vom sinnvollen Umgang mit Energie sind wir irgendwie noch sehr weit entfernt. Zum Stichwort “ökologischer Fussabdruck” hat so ein Quad leider ziemlich wenig zu sagen.

OK, mein Post ist natürlich ein wenig sauerzöpfisch. Aber irgendwie stimmts trotzdem, oder?

Mercedes B-Klasse F-CELL

Brennstoffzellen bei Mercedes?

Brennstoffzellen bei Mercedes?

Seit etwas über einem Monat sind sie auf Deutschlands Straßen unterwegs: Die neuen Mercedes B-Klasse F-CELL Autos. Und auch wenn die derzeitige Leasingrate fast an die 1000 Euro pro Monat beträgt, so sind die Kosten in der Produktion der Fahrzeuge nach wie vor so hoch, dass die Daimler AG  zu jedem Auto das ausgeliefert wird, ordentlich zuzahlen muss. Im Folgenden ein kurzer Überblick über die technischen Hintergründe der Fahrzeuge, die damit verbundenen Absichten  sowie eine Einschätzung des Projekts.

Zunächst ein Mal zur Technik:Die  B-Klasse F-CELL setzen auf einen gemischten Antrieb aus Elektromotor und Brennstoffzelle. Dabei ist der Elektroantrieb für die kurzen – meist innerstädtischen – Fahrten zuständig, die Brennstoffzelle garantiert dagegen eine Reichweite von annähernd 400 Kilometern. Fahren lässt sich der neue


Mercedes in gewohnter Weise: Alles was man von einer Limousine der Sindelfingener Autobauer gewohnt ist, wird in diesen Fahrzeugen angeboten: extreme Geräumigkeit, hohe Leistung / Geschwindigkeit sowie Komfort…

Die Absichten von Mercedes: Ab 2015 sollen die B-Klasse F-CELL Fahrzeuge  für jedermann käuflich zu erwerben sein. Derzeit wird nur ein sehr kleines und exklusives Klientel damit bedient. Vorzugsweise kommen Flottenhalter, Energieunternehmen mit großem Fuhrpark sowie der eine oder andere Promi in den Genuss der exklusiven Automobile. Wie erwähnt: Derzeit zahlt Mecedes für jedes ausgelieferte Auto einen nicht unerheblichen Betrag dazu, damit die Leasingraten unter den angesprochenen 1000 Euro bleiben können. Da die ganze Sache aber im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) kofinanziert wird, Mercedes ohnehin unter dem Druck steht auch in erneuerbare Energien zu investieren und auch der Werbeeffekt der ersten ausgelieferten Fahrzeuge nicht gering ist, kann man davon ausgehen, dass Mercedes unterm Strich von der ganzen Sache profitieren wird.

Eine Einschätzung des Projekts: Betrachtet man die Namen der Firmen, die die ersten Modelle zu Sonderkonditionen erhalten haben und überlegt man kurz für welche Ziele Mercedes im Allgemeinen steht, dann wird schnell klar, dass die Autos der B-Klasse F-CELL keine Trendwende einläuten sollen, sondern lediglich eine kleine Kurskorrektur darstellen. Das Motto lautet einfach: Wasserstoff statt Öl in den Tank füllen; aber sonst bitte nichts ändern. Insofern wundert es nicht, dass die  TOTAL Deutschland GmbH oder die Vattenfall Europe AG auf der handverlesenen Liste der neuen B-Klasse F-Cell Nutzer stehen.

…Eigentlich wäre der Ausstieg aus dem Öl/Atomzeitalter schon viel früher möglich gewesen. Aber das hätte größeres Umändern der gesamten Strukturen der Industrienationen erfordert und um dies zu erreichen hätte zunächst ein Mal eine 180° Wende in den Köpfen der Menschen stattfinden müssen. Und diese 180° Kehrtwendung  hätte wahrscheinlich deutlich weniger Geld in die Kassen der großen Konzerne gespült.

Resümee: Klar ist es toll, wenn auch Mercedesum 5 vor 12 ernsthaft über Antriebsalternativen nachdenkt. Aber es gibt auch ganz andere Lösungsmöglichkeiten für das brennende Thema Mobilität.

Informationen zum Thema Autopflege Berlin und Autoaufbereitung Berlin finden Sie auf den entsprechenden Autoseiten.
Foto: © Mladenov – Fotolia.com

Biokraftstoffe der zweiten Generation – E10 als Umweltkosmetik

Durch die Einführung des sogenannten Ökokraftstoffes E10 an den Tankstellen und die damit verbundene Unsicherheit vieler Autofahrer, ob ihr Fahrzeug diesen neuen Treibstoff auch verträgt, geriet der Begriff Biosprit aktuell wieder in aller Munde. Dass der höhere Kraftstoffverbrauch die von E10 die geplante positive Energiebilanz wieder zunichte macht, stellt den Sinn der Verwendung dieses sogenannten Biosprits in Frage. Vor allem ist aber die bis heute übliche Herstellung von Biodiesel und Biosprit aus nachwachsenden Rohstoffen überhaupt äußerst fragwürdig. E-10 lässt also viele Fragen offen.

Wenn in den armen Ländern Pflanzen wie Mais, Topinambur oder Zuckerrohr angebaut werden, um daraus für die Industrieländer Biosprit herzustellen, während der Mais für die Ernährung der eigenen Bevölkerung fehlt, so stimmt da etwas nicht. Und wenn Regenwälder abgeholzt werden, um auf der gewonnenen Fläche Biotreibstoffe zu erzeugen, dann gibt es einen gewaltigen Rechenfehler in der Klimabilanz. Unbestritten ist die Notwendigkeit, eine nachhaltige Entwicklung neuer Kraftstoffe voranzutreiben. Aber Biosprit verdient im Grunde erst die Bezeichnung Ökokraftstoff, wenn er nicht mehr aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern aus Abfällen hergestellt wird. Und davon gibt es, gerade und vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern, in denen ja auch heute schon viele Rohstoffe für die Kraftstoffproduktion angebaut werden, genügend.

Ein sehr großer Teil der weltweiten land- und forstwirtschaftlichen Abfälle entsteht in diesen Ländern. Und genau aus diesen Abfallprodukten lassen sich Diesel, Ethanol oder synthetisches Gas als Biokraftstoffe der zweiten Generation, herstellen. Die Herstellung von Biokraftstoffen aus Abfällen schmälert die Lebensmittelproduktion nicht, sondern sie ergänzt diese. Abfall ist ein Rohstoff, der im Überfluss vorhanden ist, es fällt schon heute mehr als genug davon an, und Hand in Hand mit der Etablierung einer nachhaltigen Landwirtschaft in den Entwicklungsländern, würden sich diese Ressourcen noch steigern lassen.


Gegenwärtig könnte mit nur zehn Prozent der vorhandenen Abfallstoffe aus der Land- und Forstwirtschaft die doppelte Menge Biosprit hergestellt werden, wie sie aktuell angeboten wird. Nur zehn Prozent der anfallenden Holzabfälle, Stroh, Nussschalen und anderer Reststoffe ergäben 125 Milliarden Liter Diesel oder 170 Milliarden Liter Ethanol pro Jahr. Aber bislang funktioniert die zur Herstellung dieser wirklichen Ökokraftstoffe nötige Technik lediglich in Pilot- und Versuchsanlagen. Demonstrationsanlagen gibt es bis jetzt in Brasilien, Indien und China, 2012 soll in den USA eine erste kommerzielle Anlage ihren Betrieb aufnehmen, die zur Produktion von etwa 100 Millionen Liter ausreicht. Zehn bis fünfzehn Jahre wird diese Entwicklung noch benötigen, in denen die möglichen ökologischen Auswirkungen auf die Böden und die Wasserressourcen geklärt werden und internationale Nachhaltigkeits- sowie soziale und ökologische Standards verbindlich festlegt werden müssen.

Hier ist die Politik gefragt, schnellstmöglich wirtschaftliche Anreize zu setzen, damit die Biokraftstoffe der zweiten Generation, die einen wirklichen Beitrag für die Verbesserung der Klimabilanz leisten können, auch produziert und eingesetzt werden und nicht weiterhin mit dem Wort “Bio” Augenwischerei und Umweltkosmetik getrieben wird. Doch dies ist derzeit leider noch Zukunftsmusik, derzeit streitet man sich lieber ob der neue Kraftstoff 1, 2, oder 3 % mehr Verbrauch verursacht.

Druckluft als Antriebsquelle?


Beim Surfen bin ich neulich über eine interessante Webseite gestossen: www.catecar.ch Dort wird ein Auto beschrieben, das mit Druckluft fährt. Auch die Bloggerszene - z. B. der KarmaKonsumblog - schreibt bereits darüber. Wer die Angaben auf der Webseite von Catecar genau studiert, der erhält die Beschreibung der Funktionsweise. In der französischen Version ist das Konzept des französischen Technikers Guy Negre detailiert angeführt, in der Deutschen leider nur in einigen Stichworten.

Technisch betrachtet haben die angeführten MDI-Fahrzeuge wirklich tolle Werte. (100% sauberer Stadtbetrieb durch die gespeicherte Druckluftreserve, ein extrem geringer Verbrauch - angeblich 0.4 Liter/100 km - und keine Feinstaub- oder NOxEmissionen) Auch die Produktion soll - durch Mikrofabriken mit sehr hohen Umweltstandards - 100% Öko erfolgen.

Ich bin ja bereits jetzt gespannt, ob aus den MDI-Fahrzeugen etwas wird. Denn immerhin ist Guy Negre nicht der einzige, der eine umweltfreundliche Art der Fortbewegung konzipiert hat. Doch ein einziger Blick aus meinem Fenster genügt mir um festzustellen, dass keines dieser diese Fahrzeuge sich jemals wirklich gut verkaufen konnte. Ob es an der Übermacht der alteingesessenen Automobilkonzerne liegt oder an der ignoranz der Käufer kann ich nicht so leicht sagen. Aber Fakt ist, dass mein prüfender Fensterblick nur auf äußerst konventionell betriebene Fahrzeuge trifft. Leider.