Die soeben veröffentlichte Studie „Biokraftstoffe” untersucht die Einschätzung der befragten Menschen hinsichtlich der Auswirkung von Biokraftstoffen auf unsere Umwelt sowie auf unsere Gesellschaft. Die Ergebnisse zeigen, dass seitens der Verbraucher nach wie vor ein hoher Informationsbedarf hinsichtlich der Produktion sowie des Einsatzes von Biokraftstoffen herrscht. Folglich zeichnet sich bei diesem sensiblen Thema kein allgemeingültiges Stimmungsbild ab.
Die Studie
Erneut zeichnet das renommierte CleanEnergy Project für eine hochbrisante Meinungsumfrage verantwortlich. Diesmal wurde die aktuelle Meinung von über 1.000 Erwachsenen erhoben, welche generell bereits einen starken Zugang, sei es beruflicher oder privater Natur, zu den Themenkreisen Umwelt und Energie haben. Bei den Befragten handelt es sich in diesem Fall um Mitglieder des Branchennetzwerks für Nachhaltigkeit, saubere Technologien und erneuerbare Energien.
Diese Momentaufnahme des herrschenden Stimmungsbildes zeigt, dass 39 Prozent der Befragten dem Thema Biokraftstoffe eher positiv gegenüberstehen. Zugleich beschreiben 35 Prozent der Teilnehmer ihre Einstellung als eher negativ. Ganze 26 Prozent der Interviewten können sich auf keine eindeutige Meinung festlegen und beurteilen Biokraftstoffe daher als eher neutral.
Der Blick auf die Detailergebnisse der Umfrage macht klar, dass die Meinungen zu den einzelnen Bereichen der Thematik durchwegs stark auseinanderstreben.
Während 51 Prozent der Befragten den Einsatz von Biokraftstoffen als einen Beitrag zur CO2-Reduktion gegenüber mineralischen Rohstoffen, und somit als einen Beitrag zum Klimaschutz, bewerten, gestehen lediglich 23 Prozent der Teilnehmer den alternativen Kraftstoffen auch große Zukunftschancen ein. Als einer der Hauptkritikpunkte an Biokraftstoffen wird ihre negative Auswirkung auf den Anbau von Nahrungsmitteln angeführt. Jedoch erscheinen die Befragten auch in diesem Punkt uneins. Dies führt zu dem Ergebnis, dass die Mehrheit der Interviewten davon ausgeht, dass die für die Herstellung von Biokraftstoffen erforderlichen Energiepflanzen nicht nur den Anbau von Nahrungsmitteln verdrängen, sondern zugleich auch einen Anstieg der Nahrungsmittelpreise herbeiführen. Gleichzeitig sind jedoch auch 68 Prozent der Teilnehmer, also über zwei Drittel, sicher, dass der Anbau ebendieser Energiepflanzen auch in einer nachhaltigen Art und Weise erfolgen kann.
Fazit
Anhand der vorliegenden Studie kann derzeit kein allgemeingültiges Stimmungsbild zum Thema Biokraftstoffe gezeichnet werden. Der Anteil der Interviewten, welcher dem Thema positiv gegenübersteht, ist in etwa gleich groß wie der Anteil jener Befragten, die Biokraftstoffe negativ bewerten. Zugleich gibt es einen großen Anteil der Verbraucher, die das Thema generell eher neutral bewerten.
Ein möglicher Ansatz, das zweifellos herrschende Informationsdefizit auf der Verbraucherseite zu reduzieren, liegt folglich darin, dass die Anbieter von Biokraftstoffen die Menschen verstärkt über ihre Produkte, deren Umweltbilanz sowie die angewandten Herstellungsmethoden informieren.
Text: Joachim KERN
Bild: Fotolia / Natalia Hudyma





