Kategorie-Archiv: heizen

Aus dem Stall in den Ofen – heizen mit Pferdedung

Heizen mit Pferdemist?

Heizen mit Pferdemist?

Reiten ist ein schöner Sport und Pferdehaltung ein beliebtes Hobby. In den letzten Jahre schossen die Reiterhöfe geradezu aus dem Boden und jeder, der sich einmal an der Pferdezucht versucht hat, weiß, dass es immer schwieriger wird, den anfallenden Pferdemist loszuwerden. Früher als beliebter Dünger gesucht, wird er einem heute geradezu nachgeworfen und so mancher Pferdebesitzer weiß nicht mehr wohin damit. (Schade, ist aber einfach so. ;) )

Dabei liegt die Lösung so nahe. Schon die alten Ägypter nutzten getrockneten Kameldung zum Heizen und so groß ist der Unterschied zwischen Kamel und Pferd, jedenfalls in diesem Punkt, nicht.


Die technische Entwicklung ist hier allerdings noch in ihren Anfängen, aber es gibt bereits Anlagen, um Pferdemist zu pelletieren. In einem noch ziemlich aufwendigen Verfahren wird der Mist zunächst gut getrocknet, dann verdichtet und schließlich zu Pellets zerkleinert.

Im Heizkraftwerk kann der Pferdemist nun mit ähnlicher Effizienz wie Braunkohle verbrannt werden. Spezielle Feinstaubfilter sind dazu notwendig, da bei der Mist-Pellet-Verbrennung wesentlich mehr Asche anfällt als bei Holz oder Kohle. Die Asche kann aber als Dünger genutzt werden, eine Geruchsbelästigungentsteht weder bei der Verbrennung noch durch die ausgebrachte Asche. Pro Pferd fallen täglich etwa 25 kg Brennstoff an, vor allem in den pferdereichen Bundesländern Schleswig Holstein und Niedersachsen kommt da eine ganze Menge zusammen.

Lange Zeit war die Nutzung von Dung zur Verbrennung rechtlich nicht mögliche, da Mist als Abfall galt und Abfall nicht einfach verbrannt werden darf. Seit dem 1. Januar 2009 gilt „Einstreu aus Tierhaltung“ nach dem EEG-Gesetz (Erneuerbare Energien-Gesetz) als nachwachsender Rohstoff und ist nun nach der darauf folgenden Novellierung der Bundes-Immissionschutzverordnung vom Juli 2009 als sogenannter Regelbrennstoff zugelassen.

Foto: © Kseniya Abramova/ Fotolia

Heizen mit erneuerbaren Energien


Schön langsam sollte er ja zu Ende gehen der Winter 2010/2011. Und wenn alles gut geht, dann können wir bereits in drei, maximal drei Monaten mit frühlingshaften Temperaturen rechnen, werden unseren Espresso genüsslich im Strassencafé schlürfen und sollten uns bereits mit den Gedanken an die ersten Badeausflüge beschäftigen. Die Heizung werden wir an diesen angenehmen Frühlingstagen natürlich nicht mehr einschalten, aber vielleicht wird uns die Heizkostenabrechnung, die irgendwann im Laufe des Jahres eintrudeln wird, an das leidige Thema „Heizen“ erinnern. Aber anstatt dann – wie bereits so oft – die abermals gestiegenen Energiekosten zu kritisieren, sollten wir uns lieber jetzt überlegen, wie man diesen Teil der Haushaltsausgaben auf umweltschonende Art und Weise in den Griff bekommt. Denn wenn wir jetzt nachdenken, können wir im Sommer handeln (und uns für ein alternatives Heizsystem entscheiden) und im Winter 2011/2012 interessiert uns die Debatte über die andauernd steigenden Heizkosten vielleicht gar nicht mehr. Unmöglich? Hydrogenexpo hat sich im Web umgesehen und die interessantesten Lösungen rund um das Thema „Heizen“ zusammengetragen. Viel Spass beim Lesen.

Heizkosten: Obwohl in der öffentlichen Wahrnehmung die erneuerbaren Energien häufig noch mit dem Etikett „teuer“ verbunden sind, konnten im Jahr 2009 Privathaushalte, die auf fossile Energieträger verzichteten, knapp unter 600 Euro Heizkosten einsparen. Die aktuellen Förderungen für erneuerbare Energien machen es möglich! Wer mir nicht glaubt und diese Info gerne selbst überprüfen möchte, findet auf der Seite des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) genauere Infos, denn die Zahlen stammen eben von diesem Institut.

Raumtemperatur: Früher hatten Menschen, die sich für Ökologie interessierten, oft ganz kühle Wohnungen und dicke Wollpullover. Das hat sich inzwischen doch schon geändert, trotzdem ist natürlich die Raumtemperatur ein wesentlicher Kostenfaktor. Die gilt auch für Wohnungen/ Häuser, die gut isoliert sind. Mit einer intelligenten Kontrolle der Temperatur kann man einiges an Heizkosten sparen.

IsolationDie Isolation ist natürlich auch bei der besten Heizung immer wichtig, denn auch die tollste Heizung muss kapitulieren, wenn die warme Luft an undichten Fenstern und papierdünnen Aussenwänden wieder entweicht. Das wird wohl jedem einleuchten, aber erwähnt werden muss es dennoch.

TechnikJetzt kommen wir aber zum wesentlichen Punkt beim Thema „Heizkosten“: Die Technik. Mit moderner Heiztechnik kann man nämlich deutlich sparen. Hier einige interessante Alternativen, die einen die Gedanken an das Heizen mit Öl oder Strom gleich wieder vergällen:

- Solaranlage: Eine Solarthermieanlage kann – vor allem in der warmen Jahreszeit – den Warmwasserbedarf decken und das Heizen unterstützen. Leider scheint im Winter, dann wenn wir sie am dringendsten brauchen, am wenigsten Sonne. Bis wir alle nur mit Sonnenkraft heizen können, muss noch ziemlich viel geforscht werden. Leider.

- Wärmepumpe: Wärmepumpen nutzen den Effekt, durch den auch die Fahrradpumpe beim Pumpen erwärmt wird: Jedes Gas erwärmt sich, sobald es unter Druck gesetzt wird. Da eine Wärmepumpe aber über Strom angetrieben wird, sollte man auf den richtigen Anbieter setzen!

- Holzpellets: Der klimaneutrale und nachwachsende Rohstoff Holz kann – wenn er gut eingesetzt wird – eine interessante Alternative zu herkömmlichen Formen der Heizung darstellen.

- Kamine: Nach wie vor sind viele Menschen von der positiven Wirkung eines offenen Kamins begeistert. Wer aber denkt, dass eine klassische Holzheizung kaum energieeffizient hinzukriegen ist, der sollte sich ein Mal mit dem Thema „wasserführende Kaminöfen“ beschäftigen. Der wasserführende Kaminofen ist nämlich komplett in die Zentralheizung eines Hauses oder einer Wohnung integriert und hat eine deutlich höhere Energieeffizienz als eine klassischer Kamin.

- Infrarotheizung/ Wärmewellenheizung: Nach diesem Prinzip heizt auch die Sonne. Denn die „Sonnenstrahlen“ durchqueren bevor sie auf die Erde treffen den Weltraum. Und der ist bekanntlich ausgesprochen kalt. Infrarote Wärmewellen erwärmen die Wände, die Decke, die Möbel und natürlich auch die Personen, die sich in einem dermaßen beheizten Raum befinden. Die Luft selbst wird aber nahezu nicht erwärmt. Die Verluste durch das Lüften sind also nahezu null.

Doch wer sich für eine Alternative beim Heizen entscheidet wird selten mit einer einzigen Massnahme alleine ausreichend Heizkosten sparen. Entscheidend ist vielmehr, dass man sich für die Kombination aus passender Technologie, guter Isolierung und optimaler Förderung entscheidet und dabei mittel- bis langfristig plant. Viele Gespräche mit Fachleuten, Banken und Wärmetechnikern sind dazu notwendig. Doch wer sich einmal für da richtige Heizsystem entschieden hat, der braucht mit Sicherheit keine Sorgen vor dem nächsten Ölschock haben.

Heizen – ein interessantes Thema. Wir werden uns auf hydrogenexpo.com in den kommenden Monaten sicherlich noch intensiver mit den einzelnen Möglichkeiten des Heizens mit regenerativen Energien beschäftigen und vor allem die neuesten Technologien genauer unter die Lupe nehmen.