Kategorie-Archiv: innovation

Gründercoaching und erneuerbare Energien

Perfekte Unterstützung
Das Gründercoaching hat sich in den vergangenen Jahren als nützliches und effektives Werkzeug erwiesen, das die Existenzgründung vieler Menschen bereits wesentlich erleichtert hat. Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien tun sich hier oft neue Fördermöglichkeiten und große finanzielle Erleichterungen auf.

Gründer sehen sich oftmals mit einer Fülle an gesetzlichen Vorschriften und formalen Bedingungen konfrontiert. Der Gang von einer Behörde zur nächsten bewirkt nicht selten, dass der anfängliche Enthusiasmus für die ursprünglich vielversprechende Geschäftsidee schon bald einer gewissen Abgestumpftheit weicht. Viele Gründer erledigen daher die notwendigen Behördengänge zweifellos zu rasch und oberflächlich. Dabei werden zwar die vorgegebenen Rahmenbedingungen erfüllt, grundsätzlich nutzbare Förderungsangebote werden in solchen Fällen jedoch oft übersehen.

Unbekannte Förderungen der öffentlichen Hand
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BFBF) etwa fördert unter anderem jene Unternehmen, die sich konkreten Zielen verschrieben haben, die zur Senkung der Umweltbelastung beitragen. Damit soll erreicht werden, dass die Wirtschaft und die Wissenschaft gleichermaßen in Zukunft energieeffizienter arbeiten und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgase leisten. Dieses Maßnahmenpaket wird unter dem Begriff Hightech-Strategie zum Klimaschutz zusammengefasst und konzentriert sich auf Unternehmensziele, welche möglichst rasch in die Realität umgesetzt werden können.

Konkret werden etwa solche Unternehmen gefördert, die sich der Weiterentwicklung jener Elektronik im Automobilbau verschreiben, die zu einer Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs beiträgt. Ebenso im Bereich der Automobilbranche sind Förderungen für jene Firmen vorgesehen, denen es gelingt, die Kommunikation der einzelnen Fahrzeuge untereinander mit jenem Ziel zu verbessern und zu automatisieren, den gesamten Verkehrsfluss zu optimieren. Generell werden auch Bemühungen gefördert, welche zu einer Verbesserung der Energiespeicherung beitragen. Ein weiteres Förderungspaket des BFBF zielt auf Unternehmen ab, die sich der Entwicklungen von Photovoltaikmaterialien auf organischer Basis verschrieben haben.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet ebenso umfangreiche Förderungen und ein eigenes Marktanreizprogramm an, das mit den erneuerbaren Energien in unmittelbarem Zusammenhang steht. Diese Förderungen geschehen mittels wesentlich vergünstigten Darlehen oder durch Zuschüsse der öffentlichen Hand. Allgemein wird in diesem Fall die Nutzung der unterschiedlichen erneuerbaren Energien gefördert, wobei auch in diesem Fall die Abwehr des bevorstehenden Klimawandels das Hauptmotiv darstellt.

Die BAFA-Zuschüsse umfassen etwa Solarkollektoranlagen, Anlagen zur Verbrennung fester Biomasse, Scheitholzvergaserkessel, Biogasanlagen sowie die Nutzung von Tiefengeologie.

Informationen:
Coaching Berlin
Coaching Berlin

Pläne für die Elektromobilität bis 2030

Elektromobilität als Ausweg?

Elektromobilität als Ausweg?

Regierungsprogramm zur Elektromobilität
Eines gleich vorweg: Deutschland hat noch einen Weg vor sich. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf Deutschlands Straßen noch ein seltener Anblick. Die Anzahl der zugelassenen Elektroautos hat die vorläufig magische Grenze von 2.500 Fahrzeugen noch nicht erreicht. Angesichts dieser Tatsache ist das vom Bundeskabinett verabschiedete „Regierungsprogramm Elektromobilität” eigentlich längst überfällig. Nun soll das Papier die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung und den Ausbau der elektrischen Mobilität innerhalb Deutschlands für die kommenden Jahre abstecken.

Auch wenn das Regierungsprogramm einen durchaus ambitionierten Eindruck vermittelt, so schleicht sich beim Leser der Eindruck ein, als wolle die Bundesregierung den Ball wieder zurück an die Wirtschaftstreibenden des Landes spielen. Vollmundige Statements, etwa dass die Elektromobilität nun ganz oben auf der Agenda der Regierung stünde, vermögen diesen Eindruck nur bedingt abzuschwächen.

Ehrgeizige Ziele
Gemäß den Plänen der Regierung soll sich der Straßenverkehr in nächster Zukunft gravierend verändert. Nicht weniger als eine Million Elektroautos sollen bereits 2020 auf Deutschland Straßen unterwegs sein. Für das Jahr 2030 stellt das Papier gar mindestens sechs Millionen Elektroflitzer in Aussicht.

Auch bei den elektrisch betriebenen Zweirädern zeigen sich die Verfasser des Regierungsprogramms optimistisch, wenn auch in abgeschwächter Form. Ein wenig orakelhaft wird in diesem Zusammenhang festgehalten, dass Hersteller aus Deutschland auf diesem Gebiet die vorhandenen Chancen durchaus nutzen. Die Auswirkungen eines Ausbaus der Elektromobilität auch in diesem Bereich werden allgemein als positiv beschrieben.

Genauere Angaben zu den jetzigen oder den zu erwartenden Zuwachsraten sucht der Leser jedoch vergeblich. Es bleibt bei der vagen Formulierung, dass Zweiräder mit Elektroantrieb gegenüber solchen mit Verbrennungsmotoren vorzuziehen sind.

Und Österreich?
Auch in der Alpenrepublik schlagen die politisch Verantwortlichen ähnliche Töne an. Positiv gestimmt wird in Österreich auf die stetig steigende Anzahl der Elektroautos verwiesen. Auch wenn hier die Angaben über die genaue Anzahl der E-Autos auf Österreichs Straßen divergieren, so kann von derzeit rund 350 zugelassenen Fahrzeugen ausgegangen werden. Im Jahr 2020 möchte Österreichs Umweltminister jedoch bereits 250.000 Autos mit reinem Elektroantrieb auf Österreichs Straßen sehen. Auch diese Prognose erscheint im höchsten Maße optimistisch.

Die Elektromobilität benötigt überzeugte Befürworter, die sich der Faktenlage stellen und auch dementsprechend handeln. Bloße Ankündigungen und demonstrativ zur Schau gestellter Optimismus führen in diesem Fall leider nur in eine Sackgasse.

Text: Joachim KERN
Bild: Fotolia, ferkelraggae

Mit dem Solarboot oder Solarflugzeug um die Welt

Solarzellen für Schiffe und Flugzeuge?

Solarzellen für Schiffe und Flugzeuge?

Viele Abenteuer gibt es in unserer modernen Welt nicht mehr zu erleben, aber immer wieder finden sich doch ein paar fantasievolle Menschen, die sich auf die große Abenteuerreise machen.

Am 27. Oktober 2010 begannen vier solche modernen Abenteurer ihre Tour mit einem Solarboot um die Welt. Die “MS Turanor Planet Solar” ist 31 Meter lang und 15 Meter breit. Insgesamt 537 Quadratmetern Solarzellen produzieren genügend Energie, dass das Schiff, von vier Elektromotoren angetrieben, bis zu drei Tage auch ohne Sonnenschein navigationsfähig bleibt.

In Monaco begann die Reise des in Kiel gebauten sonnenbetriebenen Schiffes. Allein mit


Sonnenantrieb fuhr die vierköpfige Besatzung zu den Galapagos-Inseln, wo sie eine wohlverdiente Pause einlegte. Am 7. Februar 2011 brach der sonnenbetriebene Katamaran wieder auf, um den Pazifik zu überqueren. Ohne Unterbrechung legte die “MS Turanor Planet Solar” 5599 Kilometer zurück und machte dann einen Zwischenstopp auf den Marquesa-Inseln, die zu Französisch Guyana gehören. Bis Mitte Mai wollte die Crew mit ihrem Boot Australien erreicht haben. Ein Antriebsschaden zwang sie allerdings zu einer Unterbrechung und der Rückkehr nach Bora Bora. Erst nach zweiwöchigen Reparaturarbeiten konnten die Sonnen-Seefahrer am 15.04. endlich von Bora Bora wieder auslaufen.

Derzeit liegt die MS Turanor Planet Solar im Hafen von Noumea, der Hauptstadt von Neukaledonien vor Anker und bereitet sich auf die zweite Hälfte der Erdumrundung, die nächsten 15.000 Seemeilen vor.

Und auch bei den Flugzeuen tut sich einiges. So war doch erst vor einigen, wenigen Tagen die “Solar Impuls” nach einem 13stündigen Flug vom schweizerischen Payerne aus in der belgischen Hauptstadt Brüssel gelandet. Die Aktion hatte zwar den Flughafen für längere Zeit lahmgelegt, weil sich die “Solar Impuls” mit ihren mickrigen 70kmh Spitzengeschwindigkeit partout nicht in den üblichen Linienverkehr integrieren lassen wollte. Aber egal… Hauptsache der erste innereuropäische Solarflug hat stattgefunden!

Foto: © James Steidl / Fotolia

Brennstoffzelle und Wasserstoff

Ökologisch vertretbare Quellen für Wasserstoff?

Ökologisch vertretbare Quellen für Wasserstoff?

Wasserstoff als Energieträger, das ist ein Thema, bei dem wir vor kurzem angekündigt hatten, das es demnächst einen detaillierteren Blogeintrag geben wird. Denn das Problem am “sauberen” Energieträger Wasserstoff ist seine Herkunft. Wird er als “Nebenprodukt” des laufenden Betriebes eines AKWs gewonnen, dann ist er in der Anwendung immer noch relativ sauber. Aber seine schmutzige Herkunft vergällt einem in diesem Fall dann doch die Freude an seiner sauberen Nutzung. Wasserstoff ist also nicht Wasserstoff, hier mehr Details zu diesem interessanten Thema:

Erfreulicherweise kommt das Element Wasserstoff auf unserem Planeten in einer dermaßen großen Menge vor, dass der Begriff „unbegrenzt” die Tatsachen beinahe schon korrekt darstellt. Doch ein genauerer Blick auf den Sachverhalt macht rasch das eigentliche Problem deutlich. Wasserstoff ist ein äußerst reaktionsfreudiges Element. Dies bedingt, dass er auf der Erde eigentlich stets in gebundener Form anzutreffen ist.


Einfach ausgedrückt: Es gibt keine von der Natur gebildeten Lagerstätten, die der Mensch mit einfachen technischen Hilfsmitteln erschließen kann. Somit entfällt zum jetzigen Zeitpunkt automatisch die Möglichkeit, Wasserstoff als günstige und praktikable Energiequelle zu erschließen.

Streng genommen handelt es sich beim Wasserstoff selbst nicht einmal um eine Energiequelle. Vielmehr haben wir es in diesem Fall mit einem Energieträger beziehungsweise mit Sekundärenergie zu tun. Wasserstoff ist eigentlich ein Trägermedium. Mit seiner Hilfe kann Energie transportiert und zugleich gespeichert werden. Für seine Herstellung müssen die Techniker jedoch auf andere Energiequellen, die folgerichtig als Primärenergie bezeichnet werden, zurückgreifen. Erst wenn jene Energie, die bei der Herstellung von Wasserstoff eingesetzt wird, ausschließlich aus erneuerbaren und klimafreundlichen Energiequellen stammt, kann die Produktion von Wasserstoff tatsächlich als umweltfreundlich bezeichnet werden.

Wege der Wasserstoffgewinnung.
Wie eingangs erwähnt, handelt es sich beim Wasserstoff um ein höchst reaktionsfreudiges Element, welches in der Natur auf vielfache Weise gebunden vorkommt. Daher sind der Wissenschaft bisher mehrere Dutzend unterschiedliche Möglichkeiten zur Gewinnung von Wasserstoff bekannt. Diese Arten der Herstellung werden laufend technisch verfeinert. Neue Erkenntnisse führen aber auch zu einer Erweiterung des Spektrums der Produktionsverfahren von Wasserstoff.

Heute stellen die fossilen Energiequellen Kohle und Erdgas den günstigsten Lieferanten von Wasserstoff dar. Aber auch Erdöl wird zur industriellen Produktion von Wasserstoff herangezogen. Zusätzlich wird auch Wasserstoff mithilfe von Kernkraftwerken gewonnen. In den kommenden Jahren werden jedoch vermehrt erneuerbare Energiequellen in den Vordergrund treten. Im Speziellen werden dies Biogas, Bioalkohole wie Bioethanol oder Biomethanol, Algen, Holz und generell jener Strom sein, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird.

Technisches:

Derzeit scheint im Bereich der alternativen Energieträger wirklich viel zu passieren, selbst der Zufall derzeit hilft mit: Zuletzt sorgte im April 2011 die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) für Schlagzeilen. Buchstäblich zufällig gelang es den dortigen Forschern, einen effizienteren Katalysator für die Produktion von Wasserstoff zu finden. Das dabei eingesetzte Molybdänsulfid ersetzt dabei das zuvor verwendete Platin. Dadurch beschleunigt sich der Prozess nicht nur, sondern wird zugleich auch kostengünstiger.

Text: Joachim Kern

Masdar City, die Ökostadt im Land des Erdöls

Emissionsfreie Stadt Masdar City?

Emissionsfreie Stadt Masdar City?

Das Emirat Abu Dhabi gehört zu den Arabischen Emiraten und zählt damit zu den reichsten Ländern in dieser Ecke der Erde. Der Reichtum entstand durch den Handel mit dem reichlich vorhandenen Erdöl und dennoch entsteht ausgerechnet im Schlaraffenland des flüssigen Goldes eine Stadt, die sich ausschließlich mit regenerativen Energien versorgen soll.

Masdar City, die Ökostadt mitten in der Wüste. Recycling statt Müllentsorgung und ausschließlich erneuerbare Energie sind das Ziel dieses Experimentes der Ölmultis.


Durch die Wirtschaftskrise kam die Entwicklung Masdar Citys zwar etwas ins Stocken, die aktuelle Atomdebatte bringt die Suche nach Alternativen aber erneut in den Fokus des allgemeinen Interesses.
Sonne gibt es hier im Überfluss, deshalb beruht die Energieversorgung Masdar Citys auch ausschließlich auf Solarenergie. Andere regenerative Energien werden hier in der Wüste nicht benötigt. Alt erprobte traditionelle Kühlungs- und Verschattungstechniken werden in der Architektur der Nullemissionsstadt verbunden mit den modernsten Klimaanlagen. 47.500 Einwohner will Masdar City auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern einmal beherbergen. 22 Milliarden Dollar sollen laut den Plänen der Erbauer bis zur Fertigstellung der Stadt im Jahr 2025 investiert werden, im Verhältnis betrachtet, eine relativ bescheidene Summe.

Autos wird es möglichst wenige geben und diese werden ausnahmslos elektrisch angetrieben und kein privates Eigentum sein. Über ein ausgeklügeltes System kann im Internet jederzeit der Standort nicht in Betrieb befindlicher, verfügbarer Fahrzeuge und deren Batterieladestatus erkannt werden. Bereits jetzt sind einige Elektrofahrzeuge in Masdar City in Betrieb.
Der öffentliche Verkehr beruht aber hauptsächlich auf elektrisch betriebenen Gondeln, die von Magneten im Boden dirigiert, ihre Wege selbstständig finden.

Masdar City wird als erste energieautarke und emissionslose Stadt ein spannendes Experiment bleiben, mit dessen Erkenntnissen in der Folge auch anderswo neue Wege gegangen werden können.

Kritiker sind allerdings der Meinung, dass die Finanzierung von Masdar City, die sich über den Clean Development Mechanism finanzieren will, letzendlich doch relativ hohe CO2 Emissionen verursachen wird. Die eingesparten Treibhausgas-Emissionen Masdars sollen als so genannte Certified Emissions Reductions zertifiziert und verkauft werden, der Käufer darf dann diese Emissionen seinerseits emittieren. Aufgrund der extrem hohen CO2 Emissionen (38,5 Tonnen CO2 pro Person im Jahr 2005) der Vereinigten Arabischen Emirate wird Masdar unter dem Strich also besonders viele Treibhausgas-Emissionen verursachen. Aber vielleicht sind es letztendlich nicht die mehr oder weniger eingesparten Emissionen, die Masdar City so attraktiv machen, sondern die Vision, die von dieser Stadt ausgeht.

Foto: © lassedesignen – Fotolia.com

Aus dem Stall in den Ofen – heizen mit Pferdedung

Heizen mit Pferdemist?

Heizen mit Pferdemist?

Reiten ist ein schöner Sport und Pferdehaltung ein beliebtes Hobby. In den letzten Jahre schossen die Reiterhöfe geradezu aus dem Boden und jeder, der sich einmal an der Pferdezucht versucht hat, weiß, dass es immer schwieriger wird, den anfallenden Pferdemist loszuwerden. Früher als beliebter Dünger gesucht, wird er einem heute geradezu nachgeworfen und so mancher Pferdebesitzer weiß nicht mehr wohin damit. (Schade, ist aber einfach so. ;) )

Dabei liegt die Lösung so nahe. Schon die alten Ägypter nutzten getrockneten Kameldung zum Heizen und so groß ist der Unterschied zwischen Kamel und Pferd, jedenfalls in diesem Punkt, nicht.


Die technische Entwicklung ist hier allerdings noch in ihren Anfängen, aber es gibt bereits Anlagen, um Pferdemist zu pelletieren. In einem noch ziemlich aufwendigen Verfahren wird der Mist zunächst gut getrocknet, dann verdichtet und schließlich zu Pellets zerkleinert.

Im Heizkraftwerk kann der Pferdemist nun mit ähnlicher Effizienz wie Braunkohle verbrannt werden. Spezielle Feinstaubfilter sind dazu notwendig, da bei der Mist-Pellet-Verbrennung wesentlich mehr Asche anfällt als bei Holz oder Kohle. Die Asche kann aber als Dünger genutzt werden, eine Geruchsbelästigungentsteht weder bei der Verbrennung noch durch die ausgebrachte Asche. Pro Pferd fallen täglich etwa 25 kg Brennstoff an, vor allem in den pferdereichen Bundesländern Schleswig Holstein und Niedersachsen kommt da eine ganze Menge zusammen.

Lange Zeit war die Nutzung von Dung zur Verbrennung rechtlich nicht mögliche, da Mist als Abfall galt und Abfall nicht einfach verbrannt werden darf. Seit dem 1. Januar 2009 gilt „Einstreu aus Tierhaltung“ nach dem EEG-Gesetz (Erneuerbare Energien-Gesetz) als nachwachsender Rohstoff und ist nun nach der darauf folgenden Novellierung der Bundes-Immissionschutzverordnung vom Juli 2009 als sogenannter Regelbrennstoff zugelassen.

Foto: © Kseniya Abramova/ Fotolia

Wind harvesting mit der T-Box

Wind Harvesting: Energie der Zukunft?

Wind Harvesting: Energie der Zukunft?

yankodesign.com ist eine Seite, die sich nicht mit Energiesparen sondern mit Design beschäftigt. Sollte man jedenfalls meinen. Allerdings gibt es hier z. B. ein Projekt eine visionäre Studie, bei der aus der Energie vorbeifahrender Züge Strom gewonnen wird: Das Gerät, das das macht, ist die T-Box.


Also kann die Seite ruhig auch in einem Energieblog erwähnt werden. Insbesondere wenn die hervorragend gestylte T-Box eine wirklich innovative Idee der Energiegewinnung ist. Wer alle Details genau wissen will, der muss sich den (englischen) Text selbst durchlesen. Aber in Kurzfassung funktioniert das Ganze so: An den Bahngleisen werden – zwischenden Schwellen – Boxen montiert, in denen der Wind, der von einem vorbeifahrenden Zug gemacht wird, in elektrische Energie umgewandelt wird. Laut Webseite bringt ein Hochgeschwindigkeitszug, der eine 345km lange Strecke, auf der sich pro Kilometer 150 T-Boxen befinden, unter der Vorraussetzung, dass der Zug 200 Meter lang ist, eine Ernte von annähernd 900 KWh.

Ich bin gespannt, wann die Europäischen Bahnen beginnen werden die T-Boxen zu verlegen. ;)

Foto: www.yankodesign.com

Auf der Wasserstoffautobahn in die Zukunft

Brennstoffzellen im Linienverkehr?

Brennstoffzellen im Linienverkehr?

Zur Abwechslung mal wieder etwas Neues aus dem Bereich des Wasserstoffes. (Wir wollen ja dem Namen des Blog auch wirklich gerecht werden;). ) Also hier die Neuigkeiten zum Thema Wasserstoffantrieb im Linienverkehr:

In der niederländischen Stadt Helmond wird derzeit ein 18 Meter langer Gelenkbus im Linienverkehr getestet betrieben, der eine Wasserstoff-Brennstoffzelle für den Antrieb nutzt. Das Pilotprojekt wird von der EU, dem Land Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden gefördert und soll laut dem Projektträger, einem Konsortium aus Vossloh-Kiepe GmbH aus Düsseldorf, der Hoppecke Batterietechnik Gmbh in Brilon und APTS in Helmond, neben einem minimalen Energieverbrauch auch eine besonders lange Lebensdauer der Fahrzeuge erreichen. Neben den Konsortiumspartnern sind auch die RWTH Aachen und die Fachhochschule Köln an diesem Projekt beteiligt.


Das Pilotprojekt, das seit dem Oktober des vergangene Jahres läuft und somit auch bereits einen harten Winter überstanden hat, findet im Rahmen des Programms “Hydrogen HyWay” (Wasserstoffautobahn) der nordrhein-westfälischen Landesregierung statt, die dadurch zu einem führenden Produktionsstandort umweltfreundlicher Technologien werden will.

Nach der Beendigung der Testphase sollen noch in diesem Jahr vier dieser mit Brennstoffzellen angetriebene Busse in den Linienverkehr in Amsterdam und im nordrhein-westfälischen Hürth gehen.

Der so genannte Triple-Hybrid-Antrieb besteht aus einer Brennstoffzelle, einer NiMH-Batterie und einem Kondensator. Die Brennstoffzelle versorgt den Motor im normalen Fahrbetrieb mit Energie. In Amsterdam und Hürth gibt es Nachfüllstationen, in denen die Busse mit dem in vielen Industrien in NRW als Abfall anfallenden Wasserstoff be”tankt” werden können.

Was der Motor nicht sofort benötigt, wird für höhere Energieanforderungen, etwa beim Beschleunigen des Fahrzeugs, gespeichert. Energie, die beim Bremsen entsteht, wird direkt in elektrische Energie umgewandelt und ebenfalls gespeichert. Durch dieses Zusammenspiel erreicht der Bus eine Reichweite von 300 Kilometern und könnte daher, einen Ausbau der Infrastruktur der Tankstellen vorausgesetzt, auch im Überlandverkehr problemlos eingesetzt werden.

Dieses Projekt – und viele andere Projekte mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen – zeigt, dass die Zeit der Serienreife für leistbare Wasserstofffahrzeuge in Reichweite liegt. Was jetzt noch fehlt sind einerseits größere Stückzahlen, in der Produktion (die kommen aber automatisch sobald die Preise fallen.), der politische Wille zur Umsetzung sowie ein flächendeckendes Tankstellennetz. Flottenbetreiber sind aber die idealen Pioniere für den letzten Punkt.

Foto: © www.strubhamburg.de – Fotolia.com

Hab Sonne im Bierkrug – industrielle solare Prozesswärme

Bier durch solare Prozesswärme?

Bier durch solare Prozesswärme?

Ein erfrischendes, schäumendes Bier an einem Sommertag wird wohl der Vater des Gedankens gewesen sein, aus dem die Idee “Mit solarer Wärme Bier brauen” entstanden ist.
Eine Idee – aber zwei Brauereien mit zwei verschiedenen Konzepten befassen sich derzeit mit dem Bierbrauen unter Nutzung solarer Prozesswärme.

Für die Herstellung von Bier genügen relativ geringe Temperaturen und es besteht über Tage und Wochen ein konstanter Wärmebedarf. Außerdem besteht die größte Nachfrage nach Getränken im Sommer, wenn auch hierzulande die Sonne kräftig und einigermaßen ausdauernd einheizt. Diese Voraussetzungen nutzen die Privatbrauerei Hofmühl im bayrischen Eichstätt und die Hütt-Brauerei in Kassel-Baunatal, um mit Solarwärme Bier zu brauen.


In Eichstätt werden mit CPC-Kollektoren Temperaturen bis zu 120 Grad Celsius erreicht, womit die Flaschenwaschmaschine versorgt und das Brauch- und Brauwasser, sowie im Bedarfsfall die Brauereiräume geheizt werden.

Die Hütt-Brauerei dagegen erhitzt das Brauwasser und das für die Filtration und die Reinigungsprozesse nötige heiße Wasser mit Solarenergie. Hierfür reichen Temperaturen aus, die 80 Grad Celsius nicht zu übersteigen brauchen, so dass bereits eine geringe Sonneneinstrahlung für diese Prozesse genügt.

Die beiden Brauereien stehen mit ihren Pilotanlagen in Bezug auf industrielle solare Prozesswärme nicht allein. Auch in Autowaschanlagen und Wäschereien, bei der Produktion von Feinkostprodukten und in der Metallverarbeitung wird bereits an derartigen Projekten gearbeitet. Eine spannende Sache, die zeigt, wie man mit relativ geringem Aufwand Solarenergie gut nutzen kann.

Weitere Infos: www.bine.info
Foto: © Dario Sabljak / fotolia.com