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Nachhaltige Aktien und festverzinsliche Wertpapiere

Serie: Nachhaltig orientierte Anlageformen (Teil 3)
Nachhaltige Aktien und festverzinsliche Wertpapiere

Wie zu Beginn der Serie über nachhaltig orientierte Anlageformen dargelegt, gibt es praktisch zu jedem traditionellen Finanzprodukt eine Alternative, die auf die besonderen Ansprüche des vorausschauend agierenden und umweltbewussten Anlegers abgestimmt ist. In Zeiten, in welchen ein erhöhter Bedarf an sicheren Anlageprodukten besteht, erleben festverzinsliche Wertpapiere einen neuerlichen Aufschwung. Der dritte Teil der Serie bringt einen kurzen Überblick über nachhaltige Aktien sowie über nachhaltige festverzinsliche Wertpapiere.

Nachhaltige Aktien
Aktien locken Investoren seit jeher mit überdurchschnittlich hohen Gewinnen. So verhält es sich auch bei nachhaltig orientierten Aktien. Der Unterschied besteht darin, dass es sich in diesem Fall um Wertpapiere handelt, die ausschließlich einer gewissen Gruppe von Unternehmen zugeordnet werden können. Konkret handelt es sich dabei um Aktiengesellschaften, deren Aktivitäten auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit stattfinden. Hierbei geht es zumeist um Betriebe, die im Geschäftsfeld der erneuerbaren Energieproduktion tätig sind oder allgemein den Umwelttechnologien zuordenbar sind. Auch Anteile sozial aktiver Firmen zählen dazu.

Es liegt jedoch ebenso in der Natur der Aktien, dass der hohen Rentabilität eine geringere Sicherheit gegenübersteht. Auch ist das solcherart investierte Vermögen nicht immer sofort verfügbar. Um dieses Risiko bestmöglich zu minimieren, greifen die Anleger hier auf die Informationen Zweiter und Dritter zurück. Dazu zählen etwa die Bewertungen durch Ratingagenturen, Fachzeitungen oder spezialisierte Finanzdienste.

Diese untersuchen neben den gängigen Punkten in diesem Fall besonders die ökologischen, sozialen und ethischen Leistungen des jeweiligen Unternehmens. Zusätzlich wird dieses Paket an Informationen um weitere Faktoren ergänzt. Dabei kann es sich unter anderem um die Zufriedenheit der Mitarbeiter oder um die Entsorgungspolitik des Unternehmens handeln. Die endgültige Bewertung des Betriebs erfolgt mittels diverser Indizes.

Nachhaltige festverzinsliche Wertpapiere
In Deutschland gehen immer mehr alternative Bankinstitute dazu über, festverzinsliche und nachhaltige Wertpapiere anzubieten. Auch traditionell orientierte Banken haben diesen Trend erkannt und engagieren sich auf diesem Gebiet.

Bei dieser Form der finanziellen Veranlagung stellt der Anleger das investierte Kapital seinem Gegenüber für einen fix definierten Zeitraum zur Verfügung. Auch die Zinsen werden vorab festgesetzt. Sie werden entweder am Ende der Laufzeit gemeinsam mit dem veranlagten Kapital oder als kleinere Zahlungen während der Laufzeit ausbezahlt.

Heute sind nachhaltige Anleihen in Deutschland zwar leichter erhältlich, aber immer noch eine seltene Form der finanziellen Veranlagung. Die momentane wirtschaftliche Lage in Europa lässt jedoch den Schluss zu, dass nachhaltige festverzinsliche Wertpapiere in den kommenden Jahren verstärkt auf dem Finanzmarkt angeboten werden.

Text: Joachim KERN
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Lesen Sie hier Teil 1 der Serie.
Lesen Sie hier Teil 2 der Serie.

Studiengänge im Bereich Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit boomt. Die Regierungschefs treffen sich zum (leider recht erfolglosen) Klimagipfel, Automobilhersteller produzieren verbrauchsärmere Fahrzeuge, Lebensmittel kauft man häufig nur noch „bio“ und auch beim Thema Studium macht die Entwicklung nicht halt. Daher geht es in diesem Artikel zunächst um die Entstehung des Begriffs der Nachhaltigkeit und eben auch um passende Studiengänge.

Woher stammt der Begriff?
Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde in der Forstwirtschaft geboren, man ordnete schon im 16. Jahrhundert die Nutzung des Waldes auf eine Weise an, dass nicht mehr Bäume abgeholzt werden, als nachwachsen können (Kursächsische Forstverwaltung, 1560). Im Jahr 1713 nahm der Freiberger Oberberghauptmann und Forstwirt Carl von Carlowitz den Begriff “Nachhaltigkeit” in eine Publikation auf, seither gehört das Wort zum deutschen Sprachschatz. Im Allgemeinverständnis werden regenerierbare Systeme auf nachhaltige Weise so genutzt, dass sie in ihren wesentlichen Bestandteilen erhalten bleiben und sich natürlich erneuern können. Nachhaltiges Wirtschaften hatte auch vor einem halben Jahrtausend schon einen handfesten ökonomischen Hintergrund. Man wusste, dass man die Wälder über Generationen weiter brauchen würde.

Nachhaltigkeit im 20./21. Jahrhundert
Als das 20. Jahrhundert zwei verheerende Weltkriege überwunden hatte und die Wirtschaft wieder wuchs, besann man sich auf die Begrenztheit der globalen Ressourcen. Spätestens seit den 1970er Jahren wurde ein entsprechendes Problembewusstsein durch namhafte Wissenschaftler, Publizisten und Politiker geschärft, unter anderem durch den Club of Rome. Auf der 1992er Umweltkonferenz in Rio de Janeiro wurde das globale Recht auf Nachhaltigkeit festgeschrieben, seither ringen Staaten auf immer neuen Konferenzen um verbindliche Klimaschutzziele, die von einer nachhaltigen Wirtschaft untersetzt sind, zuletzt im Dezember 2011 im südafrikanischen Durban. Die Wirtschaft geht eigene Schritte und produziert – zumindest in Teilbereichen – ökologisch, weil auch das Gewinn bringt. Entsprechend sucht sie Fachkräfte, die über den akademischen Hintergrund verfügen.

Studien im Bereich Nachhaltigkeit
In Deutschland gibt es rund 300 Studienangebote, die im Kontext nachhaltigen Wirtschaftens stehen, 130 universitäre Forschungseinrichtungen und 60 außeruniversitäre Forschungsstellen richten ihr Leitbild am Konzept der Nachhaltigkeit aus. Studenten, die einen Studiengang mit nachgewiesen ökologischem und nachhaltigem Background anstreben, können zum Beispiel zwischen Bio- und Umwelttechnik, Abfallentsorgung und Geoökologie, Umwelt-Ingenieurstechnik und Umweltschutz, Wasser- und Abwassertechnik, Umwelt-Engineering und Landschaftsökologie wählen. Viele Studiengänge gibt es als grundständige Vollzeitangebote, aber es gibt durchaus auch einige Angebote als Duales Studium im Bereich Umwelt/ Nachhaltigkeit oder Abend- bzw. Fernstudiengänge Umweltwesen Für jeden, der studieren möchte, ist also etwas dabei.

Die Technologien haben allesamt ein hohes ökonomisches Potenzial, die Fachkräfte werden von den Unternehmen händeringend gesucht. Im Jahr 2020 könnten grüne Technologien mehr Fachkräfte beschäftigten als die Automobilindustrie oder der Maschinenbau. Zu den Fachrichtungen gehört auch das Nachhaltigkeitsmanagement, das nicht völlig deckungsgleich mit ökologischer Wirtschaft ist – das Recycling von Kunststoffen bedeutet auch aus rein ökonomischer Sicht nachhaltiges Wirtschaften (ebenso wie das Verwerten von Schrott). Die Finanzwirtschaft tut ihr Übriges und legt Öko- und Nachhaltigkeitsfonds auf, mit beträchtlichem Erfolg: Auch in der Finanzkrise verzeichneten beispielsweise deutsche Solarfonds kräftige Gewinne. Nachhaltigkeit hat Zukunft.

Jatropha – Energiepflanze der Zukunft oder Fluch?

Die weltweite Suche nach erneuerbaren Energiequellen führt die Menschheit, seit auch der Letzte begriffen hat, dass das Erdöl irgendwann zu Ende ist, in die entlegensten Winkel des Planeten. Dabei liegt das Hauptaugenmerk seit einigen Jahren auf Pflanzen, die für die Energiegewinnung nutzbar sind.

Der angenehme Nebeneffekt dabei ist, dass Energiegewinnung aus Pflanzen den Anstrich der Ökologie hat. Das Grundprinzip hinter dieser Idee ist auch ganz logisch, eine Pflanze gibt bei ihrer energetischen Verwendung nur so viel CO2 ab wie sie zuvor aufgenommen hat. Was allerdings nur graue Theorie ist, denn die Praxis sieht deutlich anders aus.

Rechnet man die Gewinnung der Anbauflächen, inklusive der häufigen Brandrodung und Trockenlegung von Urwaldflächen, den Wegfall von Ackerland, die notwendigen chemischen Stoffe zur Aufrechterhaltung einer Monokultur und die sozialen bzw. ökologischen Probleme in den Erzeugerländern hinzu, sieht die Ökobilanz mehr als schlecht aus.

Als eine mögliche Wunderlösung wird schon seit einigen Jahren eine Pflanze gehandelt, die in den Tropen und Subtropen heimisch und im Volksmund als Purgiernuss bekannt ist. Es ist die Jatropha Pflanze deren Frucht stark ölhaltig ist, ähnlich den Früchten der Ölpalme.

Der Vorteil dieser Pflanze ist, dass sie auf trockenen und marginalen Böden gedeiht und so auch auf Ackerflächen angebaut werden kann, die sonst nicht landwirtschaftlich nutzbar wären. So zumindest die optimistischen Angaben der Kraftstoffindustrie.

Was von Seiten der Industrie aber verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass die Jatropha Pflanze zwar auf trockenen Böden überlebt, soll sie aber einen wirtschaftlichen Ertrag bringen muss sie massiv bewässert werden.

Forscher der Universität Twente haben herausgefunden, dass Jatropha etwa fünf Mal so viel Wasser benötigt um Ertrag zu bringen wie Zuckerrohr und Mais und gar zehn mal mehr als Zuckerrüben. das lässt die Pflanze in zunehmend schlechtem Licht dastehen.

Denn angebaut wird sie großtechnisch bereits im südlichen Afrika und Indien. Dort liegen die Plantagen zwar auf ursprünglich trockenem und landwirtschaftlich schlecht nutzbarem Land, die massive Bewässerung legt die dortigen ohnehin schon wasserarmen Gebiete aber nahezu trocken, was unabsehbare Folgen für das ökologische Gleichgewicht und letztendlich auch für die Landwirtschaft hat.

Hinzu kommen die großräumigen Spekulationen mit Ackerflächen und dem Land der dort ansässigen Landwirte, mit schlimmsten sozialen Folgen für die Menschen. Das Fazit der Jatropha-Lösung ist also ebenso ernüchternd wie das der Palmöl- oder Ethanollösungen. Sie alle weisen eine noch schlechtere Ökobilanz auf, als das altbekannte Erdöl.

Wenn auch nach dem Ende des Öls zwangsläufig eine Alternativlösung gebraucht wird, so sollte man nicht den Fehler machen, diese Lösung als Ökologisch oder nachhaltig anzupreisen. Besser wäre eine massive Einsparung von Energie, speziell im Bereich der Gebäude ist da noch viel Potential vorhanden, dieses zu finden hilft beispielsweise die Baubiologie.

Nachhaltige Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Teil 2 Der Serie “Nachhaltige Anlageformen”
Die breite Masse der Privaten vertraut beim Sparen in konservative Formen der Veranlagung. Klassische Produkte wie Sparbücher, Sparkonten, Lebens- oder Rentenversicherungen erfreuen sich daher einer konstant hohen Beliebtheit. Nur wenige Menschen wissen, dass auch nachhaltig gestaltete Finanzprodukte dieser Kategorie erhältlich sind. Der zweite Teil der Serie bringt einen kurzen Überblick über nachhaltige Sparkonten, Sparbücher und Sparbriefe sowie über nachhaltige Renten- und Lebensversicherungen.

Nachhaltige Sparkonten, Sparbücher und Sparbriefe
Das Sparbuch gilt als das Liebkind vieler Sparer. Zwar sind die damit erzielbaren Zinserträge nicht wirklich groß, dennoch bleibt die hohe Beliebtheit dieser Sparform ungebrochen. Nicht zuletzt tragen aktuell die jüngste Wirtschaftskrise und die heraufdämmernde Krise des Euro zu einem weiteren Anstieg der Beliebtheit des Sparbuchs bei. Selbiges gilt auch für ähnlich konzipierte Sparformen wie Sparbriefe, Sparkonten und Festgelder, bei welchen der private Anleger seine Geldeinlagen der Bank für einen fixen Zinssatz über einen vorab definierten Zeitraum überlässt.

Im Allgemeinen handelt es sich bei diesen Sparformen um kurz- oder mittelfristige Anlageformen, was sich in entsprechend niedrigen Renditen ausdrückt. Gleichzeitig gelten diese Formen der Veranlagung gemeinhin als sehr sicher. Der Sparer hat zudem die Gewissheit, dass das gesparte Geld ab einem klar definierten Zeitpunkt wieder verfügbar ist.

Im Unterschied zu herkömmlichen Sparkonten wird jenes Geld, welches auf nachhaltige Sparkonten einbezahlt wird, von der betreffenden Bank gezielt an jene Kreditnehmer verliehen, welche finanzielle Mittel für die Umsetzung von umwelttechnischen, ökologischen oder sozialen Projekten benötigen. Der Endkunde sollte dabei ein besonderes Augenmerk auf eine entsprechende Transparenz seitens des Bankinstituts legen.

Nachhaltige Renten- und Lebensversicherungen
Charakteristisch für Lebens- und Rentenversicherungen ist die große Vielzahl an Möglichkeiten, welche sich im Einzelnen bei der Gestaltung des jeweiligen Vertrags ergeben. Häufige Varianten stellen etwa die Ausprägung der Versicherung als Sparanlage oder als Risikolebensversicherung dar. Auch eine Gestaltung als fondsgebundene Lebensversicherung ist in diesem Fall möglich.

Beide Formen der Veranlagung sind dabei in den häufigsten Fällen mit steuerlichen Vergünstigungen verbunden. Diese Tatsache bedingt, dass das entsprechende Kapital meist über einen langen Zeitraum gebunden ist, und der Anleger während dieser Zeit nicht über das Geld verfügen kann. Ebenso können sich manche steuerlichen Vorteile negativ auf die zu erwartende Rendite auswirken.

Bei diesen Formen der finanziellen Veranlagung wird das verfügbare Kapital beispielsweise in nachhaltig, sozial oder ökologisch gestaltete Fonds investiert. Zumeist steht dabei eine große Kapitalmenge zur Verfügung. Dementsprechend umfassende Investitionen können somit getätigt werden. Sie sind oftmals entscheidend für die tatsächliche Realisierung großer Umweltprojekte und somit eine wichtige Stütze für nachhaltig orientierte Großprojekte. [•] Joachim KERN

Lesen Sie hier Teil 1 der Serie.

Text: J. Kern
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Serie: Nachhaltig orientierte Anlageformen (Teil 1): Nachhaltige Investmentfonds – Nachhaltige Immobilienfonds

In den vergangenen Jahren entstand eine Fülle nachhaltig orientierter Anlageformen. Daraus ergeben sich für den umweltbewussten und vorausschauend agierenden Anleger neue Investitionsmöglichkeiten. Im Wesentlichen gibt es für jedes traditionelle Finanzprodukt eine entsprechende Alternative, die entweder ökologischen, ethischen, sozialen oder nachhaltigen Ansprüchen gerecht wird. Der erste Teil der Serie bringt einen kurzen Überblick über nachhaltige Investmentfonds sowie über nachhaltige Immobilienfonds.

Nachhaltige Investmentfonds
Im Allgemeinen bündeln Investmentfonds die Investitionen vieler unterschiedlicher Anleger. Die Summe dieser Gelder wird danach in verschieden Vermögenswerte, wie etwa in Aktien, Anleihen oder in eine ausgewogene Mischung der beiden Werte, investiert.

Die Anzahl der einzelnen Anteile bei offenen Investmentfonds ist keiner Begrenzung unterworfen. Das bedeutet, dass auch nach der Gründung des Fonds weiter Anteile auf den Markt gebracht werden können, um das verfügbare Kapital weiter aufzustocken. Für den privaten Anleger ist dabei die Tatsache von Vorteil, dass die jeweiligen Fondsanteile jederzeit wieder an der Börse zum aktuellen Börsenkurs weiterverkauft werden können. Ein etwas geringeres Maß an Liquidität hingegen nehmen jene Investoren in Kauf, die in geschlossene Fonds investieren. Dabei ist die Anzahl der Anteile von Beginn an limitiert. Ein Verkauf der Anteile ist jedoch auf den noch jungen Zweitmärkten möglich. Dort werden die Fondsanteile nach einer entsprechenden Bewertung zum tagesaktuellen Marktpreis angeboten.

Heute kann der nachhaltig orientierten Anleger im deutschsprachigen Raum aus rund 100 nachhaltigen Investmentfonds wählen. Deren Zusammenstellung erfolgt in der Regel nach ökologischen, sozialen, ethischen oder nachhaltigen Kriterien. Die Entwicklung der Werte verläuft dabei recht unterschiedlich. Diese Tatsache ergibt sich aus der höchst unterschiedlichen Zusammensetzung der jeweiligen Umweltfonds.

Nachhaltige Immobilienfonds
Immobilienfonds sind bei privaten Anlegern speziell durch eine Tatsache sehr beliebt. Durch sie können auch mit einer kleinen Kapitalmenge Anteile an großen Immobilienprojekten erworben werden. Dass das Risiko für den Einzelnen, im Vergleich zu anderen Anlageformen, dabei oftmals größer ausfällt, nehmen Private hierbei durchaus gerne in Kauf.

Ebenso wie nachhaltige Investmentfonds weisen nachhaltige Immobilienfonds in der Regel eine höchst unterschiedliche Zusammenstellung des jeweiligen Portfolios auf. Ihnen allen ist jedoch gemeinsam, dass sie hauptsächlich jene Bauprojekte beinhalten, die nach ökologischen Maßstäben errichtet werden oder die im Zusammenhang mit sozialen Bauvorhaben stehen. Einen genauen Einblick in die detaillierte Zusammensetzung nachhaltiger Immobilienfonds erhalten private Investoren in der Regel auf den Internetauftritten der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaften.

Text: Joachim KERN
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Verwandte Themen: Nachhaltige Investmentfonds, nachhaltige Immobilienfonds

Fünf Wettbewerbsvorteile für nachhaltige Unternehmen (Teil 2)

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Eine nachhaltige und umweltbewusste Orientierung eines Unternehmens bringt nicht nur klare Imagevorteile mit sich. Vorausschauend agierende Unternehmen weltweit haben längst erkannt, dass sich Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auch positiv auf die Geschäftsbilanz auswirken. Fünf Praxisbeispiele aus der Wirtschaft zeigen, dass eine nachhaltige Orientierung klare Wettbewerbsvorteile für jedes Unternehmen mit sich bringt.

Die Erwartungen der Kunden und Lieferanten werden erfüllt
Für eine ständig wachsende Zahl der Konsumenten werden die Umweltauswirkungen eines Produkts zu einem entscheidenden Kaufkriterium. Die Anzahl der informierten und mündigen Konsumenten steigt. Die Kaufentscheidung vor Ort fällt immer öfters zugunsten des umweltfreundlichen Produkts aus.


Das Praxisbeispiel. Die US-Handelskette Walmart ging dazu über, ihre Lieferanten dazu zu verpflichten, die Produkte mit den entsprechenden Umweltdaten zu versehen. Eine Möglichkeit ist etwa die Darstellung des jeweiligen CO2-Fußabdrucks, den ein Produkt verursacht. Hat der Käufer nun die Wahl zwischen zwei gleichwertigen Produkten, so wählt er deutlich öfter jenes Produkt, das eine geringere Umweltbelastung verursacht. Umweltfreundlich produzierte Güter sind in diesem Fall klar im Vorteil.

Das Image des Unternehmens wird verbessert
Wie oben dargestellt, fällt die Kaufentscheidung bei einzelnen Produkten vermehrt zugunsten des umweltfreundlichen Produkts aus. Dieser Trend hat sich im Laufe der vergangenen Jahre dahingehen verstärkt, dass sich komplette Konsumentengruppen bewusst für ein Unternehmen und dessen Produkte in seiner Gesamtheit entscheiden, wenn sie davon überzeugt sind, dass dieses Unternehmen umsichtig und nachhaltig agiert.

Das Praxisbeispiel. Vor einigen Jahren hatte der Autohersteller Toyota mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Konstruktionsfehler und die damit einhergehenden Rückrufaktionen hatten zur Folge, dass das Vertrauen der Käufer in die Marke sank. Das Hybridmodell Prius bewirkte eine Trendwende. Der Konzern präsentiert sich nun als umweltfreundlich und darum bemüht, einen ernsthaften Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Damit konnten nicht nur längst verloren geglaubte Käufergruppen wiedergewonnen werden. Vielmehr konnte Toyota seine Zielgruppe massiv ausweiten.

Die Risiken der globalen Klimaveränderung werden richtig eingeschätzt
Der globale Klimawandel bringt eine Fülle an Veränderungen mit sich. Diese treten oftmals in unerwarteten Bereichen auf. Schon heute haben viele Konzerne damit zu kämpfen, die benötigten Rohstoffe zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung zu haben. Wasserknappheit, steigende Durchschnittstemperaturen oder sich ausbreitende Schädlinge verursachen hohe Kosten und treffen viele Unternehmen oftmals gänzlich unvorbereitet.

Das Praxisbeispiel. Ein führender Tabakkonzern ließ eine groß angelegte Studie durchführen, welche sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die bestehenden Tabakanbaugebiete auseinandersetzte. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass die jetzigen Anbaugebiete kontinuierlich in Richtung Norden verlegt werden müssen, um Ernteausfälle in Zukunft zu vermeiden. Der Tabakkonzern konnte das Risiko zukünftiger Verluste durch diese Maßnahme deutlich reduzieren.

Lesen Sie hier Teil 1 des Artikels.

Text: [•] Joachim KERN
Foto: Fotolia

Fünf Wettbewerbsvorteile für nachhaltige Unternehmen (Teil 1)

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Einige Unternehmen zögern noch immer, wenn es darum geht, die eigene Firma nachhaltig auszurichten. Oftmals äußern Führungskräfte Bedenken hinsichtlich der zu erwartenden finanziellen Belastung oder dahin gehend, dass es nicht das primäre Unternehmensziel sei, die Erde zu retten. Unabhängig davon entwickelt sich die Nachhaltigkeit global zu einem der wichtigsten Unternehmensziele.


Fünf Praxisbeispiele aus der Wirtschaft zeigen, dass eine nachhaltige Orientierung klare Wettbewerbsvorteile für jedes Unternehmen mit sich bringt.

Finanzielle Vorteile durch reduzierte Treibhausgasemissionen
Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen geschieht im Regelfall durch eine Kombination aus einer Kürzung des Verbrauchs fossiler Rohstoffe sowie aus einer Einschränkung des Verbrauchs an Elektrizität. Ein geringerer Verbrauch der fossilen Rohstoffe innerhalb eines Unternehmens reduziert, insbesondere im Hinblick auf die konstant steigenden Preise, die Kosten eines Unternehmens. Selbiges gilt für einen reduzierten Elektrizitätsbedarf.

Steigende Kosten können von einem Unternehmen durch steigende Gewinne ausgeglichen werden. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass höhere Umsätze in diesem Fall Jahr für Jahr wiederholt werden müssen, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Geringere Kosten, die sich durch eine Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen ergeben, wiederholen sich hingegen alljährlich automatisch wieder. Mögliche Steuervorteile verstärken diesen Effekt.

Das Praxisbeispiel. Seit den späten 1990er-Jahren investiert der Chemiekonzern DuPont massiv in Projekte, deren Ziel die Senkung des eigenen Energieverbrauchs ist. Seit diesem Zeitpunkt konnte der absolute Energieverbrauch des Unternehmens um 18 Prozent gesenkt werden. Im gleichen Zeitraum stieg die Gesamtproduktion jedoch um 47 Prozent an. Gemäß den Angaben von DuPont konnten in dieser Zeitspanne Energiekosten in Höhe von rund fünf Milliarden US-Dollar vermieden werden.

Steigende Verkaufszahlen durch neue Produkte
Es mag zwar nicht immer moralisch korrekt sein, dennoch gehen Unternehmen verstärkt dazu über, bereits vorhandene Produkte als nachhaltig, umweltfreundlich oder grün zu etikettieren. In Kombination mit einer abgestimmten Unternehmenskommunikation führt diese Vorgehensweise oftmals zu steigenden Verkaufszahlen und wachsenden Gewinnen.

Das Praxisbeispiel. Der Mischkonzern General Electric betreibt seit einigen Jahren das Projekt Ecomagination. Dabei gibt das Unternehmen vor, innovative Lösungen zu entwickeln, welche den umwelttechnischen Herausforderungen der heutigen Zeit gerecht werden und dabei gleichzeitig das wirtschaftliche Wachstum fördern. General Electric setzt jedoch in den meisten Fällen auf altbewährte Produkte, die mit einem entsprechend neuen Image versehen werden. Ecomagination hat bewirkt, dass sich der Umsatz innerhalb von nur drei Jahren verdoppelt hat.

Text: Joachim KERN
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