Nachdem die CDU bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen eine schwere Niederlage erlitten hatte, trat der Landesvorsitzende der CDU, Norbert Röttgen, zunächst von diesem Amt zurück. Wohl auch auf Druck von Kanzlerin Merkel und dem bayerischen CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer bekleidet Röttgen nun aber auch seine Bundesämter, unter anderem Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, nicht mehr. Nachfolger soll Peter Altmaier werden, der parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Dieser betont, er wolle sich in seinem neuen Amt ganz auf die Energiewende konzentrieren.
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Umstieg auf erneuerbare Energien würde Brandenburg große Vorteile einbringen
Schätzungen von Greenpeace zufolge würde ein kompletter Umstieg von Braunkohle auf Erneuerbare Energien dem Bundesland Brandenburg bis 2030 eine Steigerung der Wertschöpfung durch Regenerative Energien auf 1,25 Milliarden Euro einbringen, was einer Verdopplung der jetzigen Einnahmen entspräche. Erkenntnissen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) zufolge würde sich gleichzeitig die Stromerzeugung mehr als verdreifachen, was eine Deckung des Strombedarfs von 270% bedeuten würde.
Mehr Strom aus Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg ist im Jahr 2010 etwa 16% mehr Strom aus Erneuerbaren Energien erzeugt worden. Im Einzelnen wurde 52% mehr Strom aus Photovoltaik und 15% mehr aus Wasserkraft erzeugt. Bei der Windkraft gab es ein Minus von 1%. Damit wurden 45,2% des insgesamt erzeugten Stroms aus Wasserkraft gewonnen, 29,9% aus Biomasse, 18,3% aus Photovoltaik und 4,8% aus Windkraft. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromversorgung in Baden-Württemberg stieg um 15% 2009 auf 17,2% 2010. Damit lagen die Erneuerbaren Energien auf Platz drei hinter Kernenergie und Steinkohle.
Japan nach Fukushima
Was im ersten Moment wie eine erfreuliche Nachricht klingt, erweist sich rasch als Information, die vielmehr Anlass zur Sorge gibt. Der Grund für die reihenweise Abschaltung der japanischen Atomkraftwerke liegt nicht in einem radikalen Umdenkprozess der Regierung des Landes. Vielmehr sind es markante Sicherheitsmängel, die dazu führen, dass die Stromproduktion immer weiter gedrosselt wird.
Sechs statt 54
Aktuell werden auf dem asiatischen Inselstaat noch zehn Kernkraftwerke betrieben. Vor der großen Katastrophe am 11. März 2011 (Hydrogen Expo berichtete) waren es nicht weniger als 54 Kraftwerke dieses Typs, welche die Industrienation mit elektrischer Energie versorgten. Bis Ende des Jahres werden voraussichtlich weitere vier Atomkraftwerke vom Netz genommen.
In der Regel sind es schwere Sicherheitsmängel in den jeweiligen Kraftwerken, die dazu führen, dass die Stromproduktion in den Reaktoren gestoppt werden muss. Wie gravierend diese Mängel tatsächlich sind, kann momentan nicht wirklich abgeschätzt werden.
Was in Fukushima wirklich geschah
Vielleicht scheut sich die internationale Staatengemeinschaft auch davor, den tatsächlichen Ursachen genauer auf den Grund zu gehen. Eventuell haben noch nicht alle Beteiligten den Schock über das wahre Ausmaß der Atomkatastrophe von Fukushima verarbeitet.
So kam etwa kürzlich ein internationales Expertenteam im Zuge einer Untersuchung zu dem Ergebnis, dass in Fukushima eine dermaßen große Menge des radioaktiven Isotops Xenon 133 freigesetzt wurde, dass dabei die Menge des 1986 in Tschernobyl freigesetzten Xenons 133 um den Faktor 2,5 übertroffen wurde. Die gleichzeitig freigesetzte Menge an radioaktivem Cäsium 137 entspricht rund 42 Prozent jener Menge, welche Tschernobyl und seine Umgebung großräumig kontaminierte.
Die angespannte Energiesituation
Dass die reihenweise Abschaltung der Atomkraftwerke nicht ohne Konsequenzen für Japans Bevölkerung bleibt, liegt auf der Hand. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht sich die Regierung jedoch noch nicht dazu gezwungen, die Bevölkerung mittels gesetzlicher Maßnahmen zum Energiesparen zu bewegen. Stattdessen veröffentlichen regierungsnahe Behörden sowie die Regierung selbst laufend neue Vorschläge, die dazu beitragen sollen, dass Japans Bevölkerung ihren Energieverbrauch senkt.
Um die angespannte Energiesituation gemeinsam zu meistern, sollen Japaner im Winter sowohl im Büro als auch zu Hause nicht auf wärmende Handschuhe und Kopfbedeckung verzichten. Um sich aufzuwärmen wird empfohlen, einen Teil des Arbeitswegs zu Fuß zurückzulegen. Kurz: körperliche Bewegung als einfache Maßnahme gegen unterbeheizte Büros.
Bleibt zu hoffen, dass Japans Energieversorgung nicht noch weitere Überraschungen für die Weltöffentlichkeit in petto hat.
Text: Kern
Bild: Fotolia
Hessischer Energiegipfel legt Ergebnis vor
Am 10.11.11 legte der Hessische Energiegipfel seinen Abschlussbericht vor. Dieser wurde kurz nach der Reaktor-Katastrophe von Fukushima von dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ins Leben gerufen. In dem Bericht werden Punkte genannt, die die Teilnehmer des Gipfels als besonders wichtig für die Zukunft der erneuerbaren Energien in Hessen erachten. Diese betreffen in erster Linie den Ausbau des Energiemixes aus erneuerbaren und fossilen Energien, die Ermittlung von Effizienz- und Einsparpotentialen, die Anforderungen an die Infrastruktur bezüglich der Versorgungssicherheit und die Erhöhung der Zustimmung der Bevölkerung zu Änderungen in der Energiepolititk.
Ein wichtiges Ergebnis des Energiegipfels ist die Aussage der hessischen Umweltminsterin Lucia Puttrich, dass bis 2050 in Hessen gelieferte Strom und Wärme vollständig aus erneuerbaren Energien bestehen soll. Besonders wichtig ist der Ministerin zufolge dabei die Windenergie; 2% der hessischen Landesfläche sollen in Zukunft als Vorrangfläche für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Welche Flächen dafür infrage kommen, soll nach Kriterien entschieden werden, die bei dem Gipfel diskutiert wurden. Hauptsächlich soll es sich dabei um Waldflächen handeln.
Weiterhin betonte der stellvertretende Ministerpräsident Hessens, Jörg-Uwe Hahn, dass die Förderung der Akzeptanz erneuerbarer Energien durch die Bürger mindestens genauso wichtig sei wie deren technische Umsetzung. Auch für dieses Ziel hat der Energiegipfel seiner Aussage zufolge konkrete Vorhaben ausgearbeitet.
Deutscher Solarpreis 2011 verliehen
Am letzten Wochenende wurde in Saarbrücken der Deutsche Solarpreis 2011 verliehen. Dieser wird von der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar) an Initiativen, Projekte, Kommunen und Unternehmen für besonderes Engagement im Bereich Solarenergie vergeben. Die diesjährigen Preisträger können unter der Adresse www.eurosolar.de nachgelesen werden.
Foto: ©Fotolia.com Franz Metelec
Kritik an Bürgerprotesten gegen EE-Ausbau
Matthias Kurth, der Präsident der Bundesnetzagentur, kritisierte die Proteste der Bürger gegen den Ausbau erneuerbarer Energien. Weitere Stromtrassen seien dringend notwendig, damit die Energiewende wie geplant stattfinden kann. Wenn im Norden viel Wind und Sonne herrschen, kommt das Netz laut Kurth jetzt schon an seine Grenzen.
Matthias Kurth forderte auch die Politik auf, den Bürgern klarzumachen, dass die Energiewende nicht ohne einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien stattfinden kann.
Mit dem Solarboot oder Solarflugzeug um die Welt
Am 27. Oktober 2010 begannen vier solche modernen Abenteurer ihre Tour mit einem Solarboot um die Welt. Die “MS Turanor Planet Solar” ist 31 Meter lang und 15 Meter breit. Insgesamt 537 Quadratmetern Solarzellen produzieren genügend Energie, dass das Schiff, von vier Elektromotoren angetrieben, bis zu drei Tage auch ohne Sonnenschein navigationsfähig bleibt.
In Monaco begann die Reise des in Kiel gebauten sonnenbetriebenen Schiffes. Allein mit
Sonnenantrieb fuhr die vierköpfige Besatzung zu den Galapagos-Inseln, wo sie eine wohlverdiente Pause einlegte. Am 7. Februar 2011 brach der sonnenbetriebene Katamaran wieder auf, um den Pazifik zu überqueren. Ohne Unterbrechung legte die “MS Turanor Planet Solar” 5599 Kilometer zurück und machte dann einen Zwischenstopp auf den Marquesa-Inseln, die zu Französisch Guyana gehören. Bis Mitte Mai wollte die Crew mit ihrem Boot Australien erreicht haben. Ein Antriebsschaden zwang sie allerdings zu einer Unterbrechung und der Rückkehr nach Bora Bora. Erst nach zweiwöchigen Reparaturarbeiten konnten die Sonnen-Seefahrer am 15.04. endlich von Bora Bora wieder auslaufen.
Derzeit liegt die MS Turanor Planet Solar im Hafen von Noumea, der Hauptstadt von Neukaledonien vor Anker und bereitet sich auf die zweite Hälfte der Erdumrundung, die nächsten 15.000 Seemeilen vor.
Und auch bei den Flugzeuen tut sich einiges. So war doch erst vor einigen, wenigen Tagen die “Solar Impuls” nach einem 13stündigen Flug vom schweizerischen Payerne aus in der belgischen Hauptstadt Brüssel gelandet. Die Aktion hatte zwar den Flughafen für längere Zeit lahmgelegt, weil sich die “Solar Impuls” mit ihren mickrigen 70kmh Spitzengeschwindigkeit partout nicht in den üblichen Linienverkehr integrieren lassen wollte. Aber egal… Hauptsache der erste innereuropäische Solarflug hat stattgefunden!
Foto: © James Steidl / Fotolia
Moratorium
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ja auf wunderbare Art und Weise vorgeführt, wie man die (ach so naiven und dummen) Wähler hinters Licht führen kann. Das dreimonatige Moratorium zum Thema AKW (Die 7 ältsten Kernkraftwerke Deutschlands sollten abgeschalten werden sollten, bis die wichtigsten Wahlen des Jahres 2011 geschlagen waren) war bzw. ist ja ein Lehrstück, das zeigt wie man das Wahlvolk an der Nase herumführen kann. Die Rechnung wurde glücklicherweise recht schnell präsentiert und bei den Landtagswahlen in Baden-Württhemberg konnten die Grünen einen historischen Wahlsieg einfahren.
Das Erstaunlichste an der ganzen Sache ist aber, dass sich bis jetzt noch noch nicht diskutiert wurde, was passiert, wenn man die 7 alten Meiler vom Netz nimmt. Der fehlende Strom muss ja von irgendwo her kommen….
Inzwischen weiss man, wie das Manko wieder ausgeglichen wird. Um es gleich von vorneherein zu klären: Nein, der fehlende Strom kommt nicht aus der Steckdose
, er wird von benachbarten AKWs geliefert. Und die sind ja garantiert viel sicherer als die deutschen!
Ökostrom
Und die Tatsache, dass es neuerdings auch Quads mit Elektroantrieb gibt, hat mich wieder ein Mal zu der Erkenntnis geführt, dass die Tage des Benzinantriebs tatsächlich gezählt sind.
Wer an dieser Stelle jetzt aufschreit und sagt “Quads-was-bitte? Sind das vielleicht irgendwelche unbekannte Höhlentiere?” der hat mein vollstes Verständnis. Ich wusste das bis vor kurzem nämlich auch nicht. Nein Quads sind keine seltsamen Tiere, Quads sind Spielzeuge für Männer, die hartnäckig versuchen das Sandkastenalter zu verlängern. Es handelt sich um vierrädrige Fahrzeuge mit Ballonreifen und Lenkstange, die auf allen nur möglichen Untergründen fahren können.
Hier mal ein Beispiel zum Thema Quads.
Also: Wenn es mal wirklich so weit ist, dass es selbst Quads mit Elektroantrieb gibt, dann ist das Ende des Benziners nahe. Und tatsächlich: Es gibt Quads mit Elektroantrieb.
Erstaunt? Na ja, es war ja nur eine Frage der Zeit. Und ich bin gespaltener Meinung. Einerseits denke ich, dass es gut ist, wenn der Benzinmotor ausstirbt. Und die Elektrizität wird über kurz oder lang ja ökologisch korrekt erzeugt werden. Das hatten wir ja bereits zu Beginn. Aber vom sinnvollen Umgang mit Energie sind wir irgendwie noch sehr weit entfernt. Zum Stichwort “ökologischer Fussabdruck” hat so ein Quad leider ziemlich wenig zu sagen.
OK, mein Post ist natürlich ein wenig sauerzöpfisch. Aber irgendwie stimmts trotzdem, oder?


