Kategorie-Archiv: wasserstoff

Deutschland: Hohe Akzeptanz für Wasserstoff

Akzeptanz für Wasserstoffautos?

Akzeptanz für Wasserstoffautos?

Wie die soeben veröffentlichte Studie „Wasserstoff als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren” zeigt, steht Deutschland dem Element Wasserstoff als Energieträger äußerst positiv gegenüber. Während 78 Prozent der Befragten eine positive Einstellung zu Protokoll geben, haben lediglich sechs Prozent eine negative Einstellung gegenüber dem häufigsten chemischen Element in unserem Universum. 16 Prozent der Interviewten können sich auf keine eindeutige Meinung festlegen.

Die Meinungsumfrage wurde vom CleanEnergy Project innerhalb des Branchennetzwerks für erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und saubere Technologien durchgeführt. Insgesamt wurden dazu über 1.000 Erwachsene befragt, die einen starken beruflichen oder privaten Zugang zu den Themen Umwelt und Energie haben.


Die Details
Im Detail betrachtet zeigt sich, dass Wasserstoff mit einem äußerst positiven Image ausgestattet ist. 87 Prozent der Befragten bewerten die Nutzung von Wasserstoff als Kraftstoff generell als saubere Lösung. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass bei der Verbrennung von Wasserstoff auch minimale Mengen von Stickoxid (NOx) freigesetzt werden. Kohlenmonoxid, Kohlendioxid (CO2), Schwefeloxide oder Kohlenwasserstoffe hingegen treten bei diesem Prozess nur in vernachlässigbar geringen Mengen auf.

Die Herstellung von Wasserstoff im großen Maßstab aus erneuerbaren Energien halten 69 Prozent der Interviewten für möglich. Damit schätzen sie die Lage auch richtig ein. Technisch ist es durchaus möglich, Wasserstoff unter Verwendung von Windenergie oder Sonnenenergie zu produzieren. Rechnerisch betrachtet ergibt sich bei einer Herstellung von Wasserstoff, die ausschließlich auf Solarenergie basiert, eine Nachhaltigkeit von über einer Milliarde Jahren. Somit könnte eine Energiemenge hergestellt werden, die den heutigen globalen Energieverbrauch um ein Vielfaches übersteigt.

Der Industrie gestehen die Befragten bereits eine gewisse Routine im Umgang mit dem Energieträger zu. So schätzten 57 Prozent der Teilnehmer an dieser Meinungsumfrage die Erfahrung der Industrie als groß genug ein, um einen sicheren Umgang mit Wasserstoff gewährleisten zu können. 10 Prozent konnten dazu keine Meinung abgeben. 33 Prozent beurteilten den Umgang der Industrie mit Wasserstoff als nicht sicher. Tatsächlich werden bereits heute seitens der Industrie 75 Millionen Tonnen Wasserstoff hergestellt, gelagert und transportiert.

Fazit
Die Auswertung der Studie ergibt ein allgemein positives Image des Energieträgers Wasserstoff. Zugleich jedoch herrscht in der Öffentlichkeit ein hoher Informationsbedarf zu diesem Thema. Selbst jene Menschen, die sich im beruflichen Umfeld von erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit und sauberen Technologien bewegen, weisen Informationsdefizite zu diesem Thema auf.

Text: Joachim Kern
Bild:  Fotolia / iQoncept

86 Prozent sagen „Ja” zu einem Auto mit Wasserstoffantrieb

Wasserstoff für alle?

Wasserstoff für alle?

Freie Fahrt für Autos mit Wasserstoffantrieb
Eine groß angelegte Studie des CleanEnergy Projects bringt es ans Tageslicht: Gemäß der Meinungsumfrage „Wasserstoff (H2) als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren” würden knapp neun von zehn Befragten ein Auto mit einem Wasserstoffverbrennungsmotor kaufen. Lediglich 14 Prozent der Interviewten stehen einer solchen Anschaffung negativ gegenüber. Eine Umrüstung des eigenen Autos für eine Nutzung des Energieträgers Wasserstoff können sich 61 Prozent der Teilnehmer dieser Studie vorstellen.


Diese und weitere Ergebnisse der Studie zeigen klar, dass in Deutschland viele Menschen dazu bereit sind, auf ein Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb umzusteigen. Die Voraussetzung dafür ist jedoch die Schaffung einer flächendeckenden Infrastruktur für den Energieträger Wasserstoff in Deutschland.

Deutschlands H2-Infrastruktur
Aktuell gibt es in Deutschland rund 30 Tankstellen, die auch Wasserstoff anbieten. Somit ist Deutschland diesbezüglich eines der Pionierländer innerhalb Europas. Dabei muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass lediglich sieben dieser Tankmöglichkeiten für Wasserstoff auch der Öffentlichkeit zugänglich sind.

Der detaillierte Blick auf die Umfrageergebnisse zeigt, dass 68 Prozent der Teilnehmer einen flächendeckenden Ausbau der Wasserstofftankstellen generell als teuer einschätzen. 22 Prozent widersprechen dieser Ansicht. Zehn Prozent haben keine Meinung zu diesem Punkt.

Einem Arbeitspapier der Firma Linde ist dazu zu entnehmen, dass diese die Kosten für den Aufbau einer öffentlichen Infrastruktur für H2-Tankstellen in Deutschland auf 1,5 bis zwei Milliarden Euro einschätzt. Diese Infrastruktur würde 1.000 Tankstellen innerhalb Deutschlands umfassen. Zum Vergleich: Die Kosten für eine Bohrinsel belaufen sich auf zirka vier bis fünf Milliarden Euro.

Die zukünftige Entwicklung
Dass die Deutschen einen unproblematischen Zugang zum Thema Wasserstoff haben, spiegelt sich auch in einem anderen Punkt wider. Sechs von zehn Befragten halten den flächendeckenden Ausbau von H2-Tankstellen für eine unkomplizierte Angelegenheit. 65 Prozent der Befragten befürworten in diesem Zusammenhang eine staatliche Förderung des Aufbaus einer flächendeckenden Infrastruktur von Tankstellen für Wasserstoff.

Hier scheint sich eine parallele Entwicklung zur Entwicklung bei Autos mit Benzin- oder Dieselantrieb abzuzeichnen. Schließlich gab es zum damaligen Zeitpunkt keine einzige Tankstelle in Deutschland. Hier hat einzig und allein die Nachfrage selbst den Aufbau des Tankstellennetzes vorangetrieben. Eine staatliche Förderung des wasserstoffbetriebenen öffentlichen Personenverkehrs würde in Zukunft den Aufbau der notwendigen Infrastruktur vermutlich nicht nur anregen, sondern sogar massiv beschleunigen.

Text: Joachim Kern
Bild: Fotolia / Natalia Hudyma

Die industrielle Produktion von Wasserstoff –

Ökologisch vertretbare Quellen für Wasserstoff?

Ökologisch vertretbare Quellen für Wasserstoff?

Eine große Anzahl an aktuellen Untersuchungen und Analysen belegt den Energieträger Wasserstoff weitgehend mit positiven Attributen. Insbesondere im kombinierten Einsatz mit Brennstoffzellen wird dem Wasserstoff eine chancenreiche Zukunft prognostiziert. Einerseits sind die Ursachen dafür in den nur beschränkt vorhandenen und zugleich fossilen Energieträgern, wie etwa Erdöl oder Kohle, zu finden. Andererseits spielt auch die allgemein schadstoffarme Verbrennung von Wasserstoff eine große Rolle.


Bei aller Euphorie darf jedoch nicht übersehen werden, dass Wasserstoff heute eine untergeordnete Rolle als Energieträger spielt. Obwohl sich auch einflussreiche Organisationen, wie etwa die Internationale Energieagentur (IEA), für einen verstärkten Einsatz von Wasserstoff engagieren, stellt die Nutzung des Wasserstoffs und sein Anteil am globalen Energieverbrauch immer noch eine vernachlässigbare Größe dar. Selbst optimistische Untersuchungen gehen davon aus, dass der Anteil von Wasserstoff am weltweiten Energieverbrauch bis ins Jahr 2050 die Acht-Prozent-Grenze nicht übersteigen wird. Einige Studien sprechen in diesem Fall gar nur von drei bis fünf erreichbaren Prozent.

Konventionelle, solarthermische und andere Methoden. Die Technik kennt heute bereits eine große Anzahl unterschiedlicher Herstellungsverfahren zur Gewinnung von Wasserstoff. Eine möglicher Zugang, diese große Anzahl an Produktionsverfahren in Kategorien einzuteilen, stellt die Aufteilung in konventionelle, solarthermische und andere Verfahren zur Produktion von Wasserstoff dar.

Konventionelle Methoden werden dabei etwa in zwei Verfahrensgruppen aufgeteilt: Elektrolyseverfahren und thermische Verfahren. Das Elektrolyseverfahren ist gewiss dem einen oder anderen Leser noch aus der Schulzeit in Erinnerung. Dabei handelt es sich um die Aufteilung des Wassermoleküls in Wasserstoff auf der einen und Sauerstoff auf der anderen Seite. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der elektrische Gleichstrom.

Solarthermische Methoden werden ebenso wiederum in diverse Verfahrensgruppen unterteilt. So gibt es etwa sie solare Hochtemperaturelektrolyse, thermochemische Kreisprozesse, die solare Dampfreformierung von methanreichem Gas oder das solare Cracken von Methan.

Andere Methoden zur Produktion von Wasserstoff befinden sich zumeist noch im Anfangsstadium der Entwicklung. Dennoch gelten etwa die biologische Wasserstoffherstellung mithilfe gentechnisch veränderter Grünalgensorten oder auch die thermochemischen Kreisprozesse als innovativ und durchaus chancenreich. Letztgenanntes Verfahren benötigt eine Temperatur von rund 1.000 Grad Celsius. Gegenüber der thermischen Wasserspaltung im direkten Verfahren bedeutet dies eine Absenkung der erforderlichen Temperatur um 1.000 Grad Celsius, also um rund die Hälfte.