Der Sprecher des deutschen Stadtwerke-Verbunds Trianel, Sven Becker, übte gegenüber der Wirtschaftswoche Kritik an der Art und Weise des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland. Seiner Meinung nach verläuft dieser zu unkoordiniert und auch ineffizient bezüglich der Kosten. Konkret meint er, dass es volkswirtschaftlich betrachtet solange nicht sinnvoll ist, die Energiewende mit der derzeitigen Geschwindigkeit zu betreiben, bis man nicht genügend Energiespeicher und einen tragfähigen Netzausbau hat, auch weil dies dazu führe, dass wenn Überschüsse an Ökostrom produziert werden, diese trotz hoher Subventionierung zu niedrigen Preisen ins Ausland verkauft werden. Weiterhin werden Investoren laut Becker erst dann in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren, wenn eine ausreichende Planung und Koordinierung vorhanden sei. Daher ist der Trianel-Sprecher auch dafür, eine eigenes Bundesenergieministerium einzurichten, um die Energiewende kontrollierter abzuwickeln. Da die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien schwankt, benötigen die Stadtwerke laut ihrem Sprecher auch Anreize zum Bau von Solarkraftwerken und Kraftwerken zur fossilen Energieerzeugung.
Unterdessen beschäftigt sich die Politik seit Wochen damit, darüber zu streiten, ob eine Senkung der Solarförderung stattfinden soll. Ins Gespräch gekommen war diese, weil im letzten Jahr in der Bundesrepublik die doppelte Anzahl von Solarenergie-Modulen installiert wurde, wie der Gesetzgeber eigentlich geplant hatte.