Schlagwort-Archiv: Nachhaltigkeit

Ende der Steuerbefreiungen für den internationalen Verkehr?

Traditionell ist der gesamte internationale Verkehr von Abgaben befreit, die sich auf den verbrauchten Schiffsdiesel sowie auf das Kerosin der Flugzeuge beziehen. Jährlich werden hier 530 Millionen Tonnen Treibstoff verbraucht. Nun liegen erste Pläne auf dem Tisch, die diesen Umstand beenden könnten. Eine geringe Besteuerung würde sich pro Jahr mit rund 45 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Das solcherart erwirtschaftete Geld soll die internationale Entwicklungshilfe finanzieren.

Schiffs- und Flugverkehr weltweit
Der internationale Schiffsverkehr leistet einen bedeutenden Beitrag zum weltweiten Handel. So werden nicht weniger als 80 Prozent aller Waren auf den Meeren transportiert. Das hat seinen Grund: Der Transport mittels eines Containerschiffs ist um ein Vielfaches günstiger als der Transport mit einem Lastkraftwagen. Einerseits ist hier die große Ladekapazität der Frachtschiffe von Vorteil. Andererseits ist Schiffsdiesel steuerbefreit und kostet daher rund halb so viel wie herkömmlicher Treibstoff. Auch der internationale Flugverkehr profitiert von dieser Regelung. Hier ist für das notwendige Kerosin zum Betanken der Flugzeuge ebenso keine Abgabe zu entrichten.

Rechnerisch betrachtet beläuft sich der Anteil des gesamten Transportwesens, inklusive Lastkraftwägen und Autos, auf circa 25 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Dem weltweiten Schiffs- und Flugverkehr können in etwa fünf Prozent der umweltschädlichen CO2-Emissionen zugerechnet werden. Auch Schiffe und Flugzeuge tragen somit zum Klimawandel bei.

Neueste Berechnungen gehen davon aus, dass es hier in den kommenden Jahrzehnten zu einem markanten Anstieg der Emissionen kommen wird. Der globalisierte Markt verlangt permanent nach neuen Waren und größeren Gütermengen. Stimmen die Kalkulationen der internationalen Strategieberatung Booz & Company mit der zukünftigen Entwicklung überein, so wird sich der CO2-Ausstoß des internationalen Flugverkehrs bis ins Jahr 2050 voraussichtlich verdreifachen.

Pro und Kontra
Tatsächlich ist nicht nachvollziehbar, warum diese steuerlichen Begünstigungen bis zum heutigen Tag gelten. Schlussendlich verzerren sie den fairen Wettbewerb und lassen keinen objektiven Vergleich der verschiedenen Wirtschaftsstandorte zu. Die Folgen der globalen Klimaerwärmung betreffen hauptsächlich die Bewohner der Schwellen- und Entwicklungsländer. Diesen Menschen kann mithilfe der neuen Steuereinnahmen direkt geholfen werden.

Auf der anderen Seite profitieren gerade die Menschen in den Entwicklungsländern von der Globalisierung des Weltmarkts. Die Besteuerung des internationalen Verkehrs führt wiederum zu einer Verteuerung der Waren. Das bewirkt eine Senkung der Nachfrage in den Industriestaaten. Aufstrebende Länder wie China oder Indien geraten in weiterer Folge unter wirtschaftlichen Druck und müssen somit um ihren Anschluss an den Weltmarkt bangen.

Hier gilt es eine Reihe von wichtigen Faktoren zu berücksichtigen, die allesamt weitreichende Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung der Erde haben. Eines muss jedoch klar sein: Die Regelung der Besteuerung des Welthandels muss weltweit einheitlich erfolgen. Dieser Punkt wird wohl zur eigentlichen Herausforderung für die Verantwortlichen werden.

Text: Joachim KERN
Foto: Foto: © James Steidl / Fotolia

Studiengänge im Bereich Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit boomt. Die Regierungschefs treffen sich zum (leider recht erfolglosen) Klimagipfel, Automobilhersteller produzieren verbrauchsärmere Fahrzeuge, Lebensmittel kauft man häufig nur noch „bio“ und auch beim Thema Studium macht die Entwicklung nicht halt. Daher geht es in diesem Artikel zunächst um die Entstehung des Begriffs der Nachhaltigkeit und eben auch um passende Studiengänge.

Woher stammt der Begriff?
Der Begriff der Nachhaltigkeit wurde in der Forstwirtschaft geboren, man ordnete schon im 16. Jahrhundert die Nutzung des Waldes auf eine Weise an, dass nicht mehr Bäume abgeholzt werden, als nachwachsen können (Kursächsische Forstverwaltung, 1560). Im Jahr 1713 nahm der Freiberger Oberberghauptmann und Forstwirt Carl von Carlowitz den Begriff “Nachhaltigkeit” in eine Publikation auf, seither gehört das Wort zum deutschen Sprachschatz. Im Allgemeinverständnis werden regenerierbare Systeme auf nachhaltige Weise so genutzt, dass sie in ihren wesentlichen Bestandteilen erhalten bleiben und sich natürlich erneuern können. Nachhaltiges Wirtschaften hatte auch vor einem halben Jahrtausend schon einen handfesten ökonomischen Hintergrund. Man wusste, dass man die Wälder über Generationen weiter brauchen würde.

Nachhaltigkeit im 20./21. Jahrhundert
Als das 20. Jahrhundert zwei verheerende Weltkriege überwunden hatte und die Wirtschaft wieder wuchs, besann man sich auf die Begrenztheit der globalen Ressourcen. Spätestens seit den 1970er Jahren wurde ein entsprechendes Problembewusstsein durch namhafte Wissenschaftler, Publizisten und Politiker geschärft, unter anderem durch den Club of Rome. Auf der 1992er Umweltkonferenz in Rio de Janeiro wurde das globale Recht auf Nachhaltigkeit festgeschrieben, seither ringen Staaten auf immer neuen Konferenzen um verbindliche Klimaschutzziele, die von einer nachhaltigen Wirtschaft untersetzt sind, zuletzt im Dezember 2011 im südafrikanischen Durban. Die Wirtschaft geht eigene Schritte und produziert – zumindest in Teilbereichen – ökologisch, weil auch das Gewinn bringt. Entsprechend sucht sie Fachkräfte, die über den akademischen Hintergrund verfügen.

Studien im Bereich Nachhaltigkeit
In Deutschland gibt es rund 300 Studienangebote, die im Kontext nachhaltigen Wirtschaftens stehen, 130 universitäre Forschungseinrichtungen und 60 außeruniversitäre Forschungsstellen richten ihr Leitbild am Konzept der Nachhaltigkeit aus. Studenten, die einen Studiengang mit nachgewiesen ökologischem und nachhaltigem Background anstreben, können zum Beispiel zwischen Bio- und Umwelttechnik, Abfallentsorgung und Geoökologie, Umwelt-Ingenieurstechnik und Umweltschutz, Wasser- und Abwassertechnik, Umwelt-Engineering und Landschaftsökologie wählen. Viele Studiengänge gibt es als grundständige Vollzeitangebote, aber es gibt durchaus auch einige Angebote als Duales Studium im Bereich Umwelt/ Nachhaltigkeit oder Abend- bzw. Fernstudiengänge Umweltwesen Für jeden, der studieren möchte, ist also etwas dabei.

Die Technologien haben allesamt ein hohes ökonomisches Potenzial, die Fachkräfte werden von den Unternehmen händeringend gesucht. Im Jahr 2020 könnten grüne Technologien mehr Fachkräfte beschäftigten als die Automobilindustrie oder der Maschinenbau. Zu den Fachrichtungen gehört auch das Nachhaltigkeitsmanagement, das nicht völlig deckungsgleich mit ökologischer Wirtschaft ist – das Recycling von Kunststoffen bedeutet auch aus rein ökonomischer Sicht nachhaltiges Wirtschaften (ebenso wie das Verwerten von Schrott). Die Finanzwirtschaft tut ihr Übriges und legt Öko- und Nachhaltigkeitsfonds auf, mit beträchtlichem Erfolg: Auch in der Finanzkrise verzeichneten beispielsweise deutsche Solarfonds kräftige Gewinne. Nachhaltigkeit hat Zukunft.

Jatropha – Energiepflanze der Zukunft oder Fluch?

Die weltweite Suche nach erneuerbaren Energiequellen führt die Menschheit, seit auch der Letzte begriffen hat, dass das Erdöl irgendwann zu Ende ist, in die entlegensten Winkel des Planeten. Dabei liegt das Hauptaugenmerk seit einigen Jahren auf Pflanzen, die für die Energiegewinnung nutzbar sind.

Der angenehme Nebeneffekt dabei ist, dass Energiegewinnung aus Pflanzen den Anstrich der Ökologie hat. Das Grundprinzip hinter dieser Idee ist auch ganz logisch, eine Pflanze gibt bei ihrer energetischen Verwendung nur so viel CO2 ab wie sie zuvor aufgenommen hat. Was allerdings nur graue Theorie ist, denn die Praxis sieht deutlich anders aus.

Rechnet man die Gewinnung der Anbauflächen, inklusive der häufigen Brandrodung und Trockenlegung von Urwaldflächen, den Wegfall von Ackerland, die notwendigen chemischen Stoffe zur Aufrechterhaltung einer Monokultur und die sozialen bzw. ökologischen Probleme in den Erzeugerländern hinzu, sieht die Ökobilanz mehr als schlecht aus.

Als eine mögliche Wunderlösung wird schon seit einigen Jahren eine Pflanze gehandelt, die in den Tropen und Subtropen heimisch und im Volksmund als Purgiernuss bekannt ist. Es ist die Jatropha Pflanze deren Frucht stark ölhaltig ist, ähnlich den Früchten der Ölpalme.

Der Vorteil dieser Pflanze ist, dass sie auf trockenen und marginalen Böden gedeiht und so auch auf Ackerflächen angebaut werden kann, die sonst nicht landwirtschaftlich nutzbar wären. So zumindest die optimistischen Angaben der Kraftstoffindustrie.

Was von Seiten der Industrie aber verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass die Jatropha Pflanze zwar auf trockenen Böden überlebt, soll sie aber einen wirtschaftlichen Ertrag bringen muss sie massiv bewässert werden.

Forscher der Universität Twente haben herausgefunden, dass Jatropha etwa fünf Mal so viel Wasser benötigt um Ertrag zu bringen wie Zuckerrohr und Mais und gar zehn mal mehr als Zuckerrüben. das lässt die Pflanze in zunehmend schlechtem Licht dastehen.

Denn angebaut wird sie großtechnisch bereits im südlichen Afrika und Indien. Dort liegen die Plantagen zwar auf ursprünglich trockenem und landwirtschaftlich schlecht nutzbarem Land, die massive Bewässerung legt die dortigen ohnehin schon wasserarmen Gebiete aber nahezu trocken, was unabsehbare Folgen für das ökologische Gleichgewicht und letztendlich auch für die Landwirtschaft hat.

Hinzu kommen die großräumigen Spekulationen mit Ackerflächen und dem Land der dort ansässigen Landwirte, mit schlimmsten sozialen Folgen für die Menschen. Das Fazit der Jatropha-Lösung ist also ebenso ernüchternd wie das der Palmöl- oder Ethanollösungen. Sie alle weisen eine noch schlechtere Ökobilanz auf, als das altbekannte Erdöl.

Wenn auch nach dem Ende des Öls zwangsläufig eine Alternativlösung gebraucht wird, so sollte man nicht den Fehler machen, diese Lösung als Ökologisch oder nachhaltig anzupreisen. Besser wäre eine massive Einsparung von Energie, speziell im Bereich der Gebäude ist da noch viel Potential vorhanden, dieses zu finden hilft beispielsweise die Baubiologie.

Nachhaltige Rentenversicherungen und Lebensversicherungen

Teil 2 Der Serie “Nachhaltige Anlageformen”
Die breite Masse der Privaten vertraut beim Sparen in konservative Formen der Veranlagung. Klassische Produkte wie Sparbücher, Sparkonten, Lebens- oder Rentenversicherungen erfreuen sich daher einer konstant hohen Beliebtheit. Nur wenige Menschen wissen, dass auch nachhaltig gestaltete Finanzprodukte dieser Kategorie erhältlich sind. Der zweite Teil der Serie bringt einen kurzen Überblick über nachhaltige Sparkonten, Sparbücher und Sparbriefe sowie über nachhaltige Renten- und Lebensversicherungen.

Nachhaltige Sparkonten, Sparbücher und Sparbriefe
Das Sparbuch gilt als das Liebkind vieler Sparer. Zwar sind die damit erzielbaren Zinserträge nicht wirklich groß, dennoch bleibt die hohe Beliebtheit dieser Sparform ungebrochen. Nicht zuletzt tragen aktuell die jüngste Wirtschaftskrise und die heraufdämmernde Krise des Euro zu einem weiteren Anstieg der Beliebtheit des Sparbuchs bei. Selbiges gilt auch für ähnlich konzipierte Sparformen wie Sparbriefe, Sparkonten und Festgelder, bei welchen der private Anleger seine Geldeinlagen der Bank für einen fixen Zinssatz über einen vorab definierten Zeitraum überlässt.

Im Allgemeinen handelt es sich bei diesen Sparformen um kurz- oder mittelfristige Anlageformen, was sich in entsprechend niedrigen Renditen ausdrückt. Gleichzeitig gelten diese Formen der Veranlagung gemeinhin als sehr sicher. Der Sparer hat zudem die Gewissheit, dass das gesparte Geld ab einem klar definierten Zeitpunkt wieder verfügbar ist.

Im Unterschied zu herkömmlichen Sparkonten wird jenes Geld, welches auf nachhaltige Sparkonten einbezahlt wird, von der betreffenden Bank gezielt an jene Kreditnehmer verliehen, welche finanzielle Mittel für die Umsetzung von umwelttechnischen, ökologischen oder sozialen Projekten benötigen. Der Endkunde sollte dabei ein besonderes Augenmerk auf eine entsprechende Transparenz seitens des Bankinstituts legen.

Nachhaltige Renten- und Lebensversicherungen
Charakteristisch für Lebens- und Rentenversicherungen ist die große Vielzahl an Möglichkeiten, welche sich im Einzelnen bei der Gestaltung des jeweiligen Vertrags ergeben. Häufige Varianten stellen etwa die Ausprägung der Versicherung als Sparanlage oder als Risikolebensversicherung dar. Auch eine Gestaltung als fondsgebundene Lebensversicherung ist in diesem Fall möglich.

Beide Formen der Veranlagung sind dabei in den häufigsten Fällen mit steuerlichen Vergünstigungen verbunden. Diese Tatsache bedingt, dass das entsprechende Kapital meist über einen langen Zeitraum gebunden ist, und der Anleger während dieser Zeit nicht über das Geld verfügen kann. Ebenso können sich manche steuerlichen Vorteile negativ auf die zu erwartende Rendite auswirken.

Bei diesen Formen der finanziellen Veranlagung wird das verfügbare Kapital beispielsweise in nachhaltig, sozial oder ökologisch gestaltete Fonds investiert. Zumeist steht dabei eine große Kapitalmenge zur Verfügung. Dementsprechend umfassende Investitionen können somit getätigt werden. Sie sind oftmals entscheidend für die tatsächliche Realisierung großer Umweltprojekte und somit eine wichtige Stütze für nachhaltig orientierte Großprojekte. [•] Joachim KERN

Lesen Sie hier Teil 1 der Serie.

Text: J. Kern
Bild: Bild: © Logostylish – Fotolia.com

Serie: Nachhaltig orientierte Anlageformen (Teil 1): Nachhaltige Investmentfonds – Nachhaltige Immobilienfonds

In den vergangenen Jahren entstand eine Fülle nachhaltig orientierter Anlageformen. Daraus ergeben sich für den umweltbewussten und vorausschauend agierenden Anleger neue Investitionsmöglichkeiten. Im Wesentlichen gibt es für jedes traditionelle Finanzprodukt eine entsprechende Alternative, die entweder ökologischen, ethischen, sozialen oder nachhaltigen Ansprüchen gerecht wird. Der erste Teil der Serie bringt einen kurzen Überblick über nachhaltige Investmentfonds sowie über nachhaltige Immobilienfonds.

Nachhaltige Investmentfonds
Im Allgemeinen bündeln Investmentfonds die Investitionen vieler unterschiedlicher Anleger. Die Summe dieser Gelder wird danach in verschieden Vermögenswerte, wie etwa in Aktien, Anleihen oder in eine ausgewogene Mischung der beiden Werte, investiert.

Die Anzahl der einzelnen Anteile bei offenen Investmentfonds ist keiner Begrenzung unterworfen. Das bedeutet, dass auch nach der Gründung des Fonds weiter Anteile auf den Markt gebracht werden können, um das verfügbare Kapital weiter aufzustocken. Für den privaten Anleger ist dabei die Tatsache von Vorteil, dass die jeweiligen Fondsanteile jederzeit wieder an der Börse zum aktuellen Börsenkurs weiterverkauft werden können. Ein etwas geringeres Maß an Liquidität hingegen nehmen jene Investoren in Kauf, die in geschlossene Fonds investieren. Dabei ist die Anzahl der Anteile von Beginn an limitiert. Ein Verkauf der Anteile ist jedoch auf den noch jungen Zweitmärkten möglich. Dort werden die Fondsanteile nach einer entsprechenden Bewertung zum tagesaktuellen Marktpreis angeboten.

Heute kann der nachhaltig orientierten Anleger im deutschsprachigen Raum aus rund 100 nachhaltigen Investmentfonds wählen. Deren Zusammenstellung erfolgt in der Regel nach ökologischen, sozialen, ethischen oder nachhaltigen Kriterien. Die Entwicklung der Werte verläuft dabei recht unterschiedlich. Diese Tatsache ergibt sich aus der höchst unterschiedlichen Zusammensetzung der jeweiligen Umweltfonds.

Nachhaltige Immobilienfonds
Immobilienfonds sind bei privaten Anlegern speziell durch eine Tatsache sehr beliebt. Durch sie können auch mit einer kleinen Kapitalmenge Anteile an großen Immobilienprojekten erworben werden. Dass das Risiko für den Einzelnen, im Vergleich zu anderen Anlageformen, dabei oftmals größer ausfällt, nehmen Private hierbei durchaus gerne in Kauf.

Ebenso wie nachhaltige Investmentfonds weisen nachhaltige Immobilienfonds in der Regel eine höchst unterschiedliche Zusammenstellung des jeweiligen Portfolios auf. Ihnen allen ist jedoch gemeinsam, dass sie hauptsächlich jene Bauprojekte beinhalten, die nach ökologischen Maßstäben errichtet werden oder die im Zusammenhang mit sozialen Bauvorhaben stehen. Einen genauen Einblick in die detaillierte Zusammensetzung nachhaltiger Immobilienfonds erhalten private Investoren in der Regel auf den Internetauftritten der jeweiligen Kapitalanlagegesellschaften.

Text: Joachim KERN
Bild: © Logostylish – Fotolia.com
Verwandte Themen: Nachhaltige Investmentfonds, nachhaltige Immobilienfonds

Umweltfonds im Überblick

In Zeiten der Krise wendet sich das Interesse der Investoren wieder verstärkt den „nachhaltigen” Investments zu. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass sich die Summe der nachhaltig orientierten Investmentfonds zumindest gleich gut, wenn nicht gar besser als klassisch ausgerichtete Fonds entwickelt hat. Dennoch sollten sich Investoren vor der endgültigen Auswahl für einen bestimmten Umweltfonds genau informieren.

Rund 100 Umweltfonds
Aktuell hat sich die Anzahl jener Investmentfonds, die bei der Auswahl der enthaltenen Wertpapiere vermehrt auf umweltpolitisch oder gesellschaftlich orientierte Werte setzen, im gesamten deutschsprachigen Raum auch circa 100 erhöht. Nur selten sind Fonds, die auf das Thema Nachhaltigkeit setzen, ähnlich zusammengestellt. Ein Vergleich fällt vielen privaten Anlegern daher entsprechend schwer.

Hinzu kommt, dass die Ansprüche an die nachhaltige Ausrichtung des jeweiligen Fonds oftmals recht unterschiedlich sind. Wer in einen Umweltfonds investiert, verzichtet nicht automatisch auf eine Investition in ein Unternehmen, welches Erdöl oder andere Mineralölprodukte liefert. Erst ein Blick auf die detaillierte Zusammenstellung der Umweltfonds zeigt in einigen Fällen, dass hier auch zum Teil in Mineralölkonzerne investiert wird. Der private Anleger kann sich hier jedoch rascher orientieren, wenn er auf diverse Gütezeichen achtet, welche von unabhängigen Institutionen verliehen werden.

Der richtige Mix
Zum jetzigen Zeitpunkt kann davon ausgegangen werden, dass eine wohldosierte Investition in Umweltfonds langfristig vorteilhaft ist. Gleichzeitig muss davon abgeraten werden, ausschließlich auf grüne Investments zu setzen. Diese Taktik zu verfolgen erscheint momentan reichlich risikofreudig. Das liegt vor allem daran, dass sich noch relativ schwer abschätzen lässt, welche technischen Branchen schlussendlich von den derzeitigen Entwicklungen auf dem Energiesektor profitieren werden. Zuletzt brachen etwa die Werte der gesamten Solarbranche ein, was sich wiederum negativ auf jene Fonds auswirkte, die ausschließlich aus Werten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zusammengestellt sind.

Auch das Risikoprofil des Umweltfonds selbst ist ein wesentlicher Faktor für seine Performance. Entsprechend genaue Informationen über das Risikoprofil sowie die bisherige Wertentwicklung des Investments findet der private Anleger relativ einfach auf den jeweiligen Websites der einzelnen Kapitalanlagegesellschaften.

Hinsichtlich der Zusammenstellung der jeweiligen Fondsprodukte hat sich herauskristallisiert, dass sich in jüngster Vergangenheit Anleihefonds besser entwickelten als reine Aktienfonds. Auch eine generell eher defensive Ausrichtung des nachhaltigen Investments erwies sich zuletzt als vorteilhaft. Solcherart orientierte Fonds halten zwar nicht mit einem sprunghaften Anstieg der Börsenwerte mit, erweisen sich jedoch auf lange Sicht als stabile Anlageform.

Text: Joachim KERN
Bild: © Delphine Debressy – Fotolia.com

Fünf Wettbewerbsvorteile für nachhaltige Unternehmen (Teil 2)

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Wachstum & Erfolg durch Ökologie?

Eine nachhaltige und umweltbewusste Orientierung eines Unternehmens bringt nicht nur klare Imagevorteile mit sich. Vorausschauend agierende Unternehmen weltweit haben längst erkannt, dass sich Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auch positiv auf die Geschäftsbilanz auswirken. Fünf Praxisbeispiele aus der Wirtschaft zeigen, dass eine nachhaltige Orientierung klare Wettbewerbsvorteile für jedes Unternehmen mit sich bringt.

Die Erwartungen der Kunden und Lieferanten werden erfüllt
Für eine ständig wachsende Zahl der Konsumenten werden die Umweltauswirkungen eines Produkts zu einem entscheidenden Kaufkriterium. Die Anzahl der informierten und mündigen Konsumenten steigt. Die Kaufentscheidung vor Ort fällt immer öfters zugunsten des umweltfreundlichen Produkts aus.


Das Praxisbeispiel. Die US-Handelskette Walmart ging dazu über, ihre Lieferanten dazu zu verpflichten, die Produkte mit den entsprechenden Umweltdaten zu versehen. Eine Möglichkeit ist etwa die Darstellung des jeweiligen CO2-Fußabdrucks, den ein Produkt verursacht. Hat der Käufer nun die Wahl zwischen zwei gleichwertigen Produkten, so wählt er deutlich öfter jenes Produkt, das eine geringere Umweltbelastung verursacht. Umweltfreundlich produzierte Güter sind in diesem Fall klar im Vorteil.

Das Image des Unternehmens wird verbessert
Wie oben dargestellt, fällt die Kaufentscheidung bei einzelnen Produkten vermehrt zugunsten des umweltfreundlichen Produkts aus. Dieser Trend hat sich im Laufe der vergangenen Jahre dahingehen verstärkt, dass sich komplette Konsumentengruppen bewusst für ein Unternehmen und dessen Produkte in seiner Gesamtheit entscheiden, wenn sie davon überzeugt sind, dass dieses Unternehmen umsichtig und nachhaltig agiert.

Das Praxisbeispiel. Vor einigen Jahren hatte der Autohersteller Toyota mit einem massiven Imageproblem zu kämpfen. Konstruktionsfehler und die damit einhergehenden Rückrufaktionen hatten zur Folge, dass das Vertrauen der Käufer in die Marke sank. Das Hybridmodell Prius bewirkte eine Trendwende. Der Konzern präsentiert sich nun als umweltfreundlich und darum bemüht, einen ernsthaften Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen zu leisten. Damit konnten nicht nur längst verloren geglaubte Käufergruppen wiedergewonnen werden. Vielmehr konnte Toyota seine Zielgruppe massiv ausweiten.

Die Risiken der globalen Klimaveränderung werden richtig eingeschätzt
Der globale Klimawandel bringt eine Fülle an Veränderungen mit sich. Diese treten oftmals in unerwarteten Bereichen auf. Schon heute haben viele Konzerne damit zu kämpfen, die benötigten Rohstoffe zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung zu haben. Wasserknappheit, steigende Durchschnittstemperaturen oder sich ausbreitende Schädlinge verursachen hohe Kosten und treffen viele Unternehmen oftmals gänzlich unvorbereitet.

Das Praxisbeispiel. Ein führender Tabakkonzern ließ eine groß angelegte Studie durchführen, welche sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die bestehenden Tabakanbaugebiete auseinandersetzte. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass die jetzigen Anbaugebiete kontinuierlich in Richtung Norden verlegt werden müssen, um Ernteausfälle in Zukunft zu vermeiden. Der Tabakkonzern konnte das Risiko zukünftiger Verluste durch diese Maßnahme deutlich reduzieren.

Lesen Sie hier Teil 1 des Artikels.

Text: [•] Joachim KERN
Foto: Fotolia